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[Moonlight] Partner-FF:Touched by Moonlight

Dieses Thema im Forum "FanFiction zu Serien und Filmen" wurde erstellt von Pheebs87, 5 Juli 2015.

  1. Pheebs87

    Pheebs87 Well-Known Member

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    Die folgende Fan Fiction ist ein Spin-Off des Moonlight RPGs, weil wir es einfach nicht lassen können :D
    Mcleod Daughter und ich werden uns hier einfach ein wenig austoben...

     
    *~Lilith~*, Mcleod Daughter und Margit gefällt das.
  2. Mcleod Daughter

    Mcleod Daughter Well-Known Member

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    „ Okay, genug für heute. “, seufzte sie und lehnte sich auf ihrem Stuhl zurück. Sandrine saß in Jeans und T-Shirt ihrer kleinen Küche an ihrem Laptop. Ihre Haare hatte sie zu einem Zopf gebunden und während sie auf den Bildschirm starrte, trommelte sie nervös mit den Fingern auf den Tisch. Sie war mit der Planung der Eröffnung ihrer eigenen Galerie beschäftigt. Es dauerte zwar noch einige Wochen, aber die waren auch nötig. Was hatte sie sich dabei gedacht? Sicher war das immer ein Traum von ihr gewesen, aber momentan wusste sie nicht, wo ihr der Kopf stand. Es war bis zur Eröffnung einfach noch so viel zu erledigen und nach dem heutigen Ärger mit den Handwerkern hatte sie wirklich -wenn auch nur für einen kurzen Augenblick- überlegt, die ganze Sache sein zu lassen.

    Ein Blick aus dem Fenster verriet ihr, dass die Sonne beinahe untergegangen war. Wann war es Abend geworden? Ihre Tage hatten eindeutig zu wenig Stunden. Josh würde jetzt wahrscheinlich die Augen verdrehen und ihr sagen, dass sie alles im Griff hatte und sich entspannen sollte. Bei dem Gedanken an den neuen Mann in ihrem Leben musste sie unwillkürlich lächeln. Wer hätte gedacht, dass dieser überhebliche und arrogante Kerl, für den sie ihn am Anfang gehalten hatte, ihr Herz erobern würde?! Sie hatte ihn auf einer Vernissage kennengelernt, von der sie nicht wusste, dass es seine war. Eine peinliche Situation, in die sie sich selbst gebracht hatte, denn genau mit dem Galeristen kritisch über die Ausstellungsstücke zu diskutieren und genau das zu sagen, was ihr in den Sinn kam, war keine gute Idee. Sie lieferten sich eine hitzige Diskussion über Kunst und die Arbeit als Galerist. Er brachte sie tatsächlich aus der Fassung, aber auch zum Lachen. Sogar so sehr, dass sie abends Chloe anrief, um sich bei ihr über diesen rüpelhaften Kerl zu beschweren. Doch ihre Freundin hatte nur gelacht und ihr gesagt, wie schön sie es fand, dass es anscheinend wieder jemanden in ihrem Leben gab. Oder zumindest jemanden, der sie aufgeweckt hatte. Denn nachdem Josef Kostan ihr über einen Mittelsmann mitgeteilt hatte, dass er sie nicht mehr sehen wollte, war sie wohl nicht mehr sie selbst gewesen.

    Bis heute dachte sie manchmal an diesen Tag. Ein Mann, Adam, der für Josef arbeitete, klingelte an ihre Tür und teilte ihr sachlich und höflich mit, dass Mr. Kostan ihr sehr verbunden wäre, wenn sie sich künftig nicht mehr bei ihm sehen lassen würde. War sie einer seiner Freshies? Konnte er sie einfach so behandeln?! Die Sache zwischen ihnen war nie leicht gewesen, aber dass er nicht mal den Mut gehabt hatte, ihr in die Augen zu sehen und es ihr selbst zu sagen, hatte sie damals mehr als verletzt. Doch so leicht hatte sie nicht aufgeben wollen. Sie hatte versucht, irgendwie mit ihm in Kontakt zu treten, doch was kläglich gescheitert. Chloe war letztlich diejenige, die ihr die Augen geöffnet und ihr klar gemacht hatte, dass es keinen Sinn hatte. Für was kämpfte Sandrine da? Selbst wenn er nachgegeben und sie sich wieder getroffen hätten, wäre es doch letztendlich wieder dazu gekommen, dass sie am gleichen Punkt ankamen. Also hatte sie beschlossen, ihr Leben zu leben.

    Kurze Zeit später lernte sie Josh kennen und tatsächlich hatte Chloe mit ihrem Gefühl Recht gehabt. Sandrine hatte schon Bedenken, aber anscheinend hatte sie ihn mit ihren Kommentaren nicht abgeschreckt, im Gegenteil. Sie gingen aus und überraschenderweise verstanden sie sich gut, sehr gut sogar. Das war nun einige Monate her. Sie hatte es langsam angehen wollen, da die Sache mit Josef zwar vorbei war, aber dennoch wollte sie sich erst mal auf sich konzentrieren. Er hatte sie bei ihrem Vorhaben mit der Galerie unterstützt und hatte sogar den Vorschlag gemacht, erst mal ihre eigenen Fotografien dort auszustellen. Und nun saß sie hier, in ihrer Wohnung am Schreibtisch und war wirklich kurz davor einen ihrer Träume zu verwirklichen.

    Das Klingeln riss sie aus ihren Gedanken. Wer konnte das sein? Chloe hatte momentan so viel mit ihrem neuen Job zu tun, dass nur schafften zu telefonierten. Und Josh hatte sie vorhin erst gesehen. Er hatte sie auf der Baustelle besucht und ihr Kaffee vorbeigebracht. Hatte er nicht von einem Treffen mit einem neuen Künstler erzählt? Sie zuckte mit den Schultern und machte sich auf den Weg die Tür zu öffnen.

    Wen sie dort erblickte, ließ sie erstarren. Eine gefühlte Ewigkeit brachte sie keinen Ton heraus. Der Mann, der ihr vor fast einem Jahr durch einen Angestellten mitgeteilt hatte, dass Schluss war -was auch immer das gewesen war. Sie hatte ihn nicht mehr gesehen, aber natürlich hatte sie durch Chloe zwischendurch immer mal wieder etwas erfahren. Sandrine hatte ihr zwar nicht genau erzäht, was zwischen ihnen vorgefallen war, aber das musste sie auch gar nicht. Denn ihre Freundin kannte sie besser als jeder andere. Inzwischen fragte Sandrine ihre Freundin nicht mehr nach ihm, sie hatte abgeschlossen. Dachte sie.
    Sie spürte, wie sich ihr Herzschlag beschleunigte und sie hasste sich dafür, denn sie wusste genau, dass Josef dies ebenfalls mitbekam. Schock, alte Gefühle, Wut, sie wusste nicht was es war, aber sie wollte nicht, dass er es falsch deutete. Also versuchte sie sich zusammenzureißen.
    „ Oh, welch hoher Besuch. “, begrüßte sie ihn kühl.
    Tausend Gedanken schossen ihr durch den Kopf… War was mit Chloe passiert? Schmerzlich erinnerte sie sich an die letzte Situation, als er sie aufgesucht hatte, um ihr zu sagen, dass Chloe wegen des Black Crystals im Krankenhaus war. Nicht auszudenken, wenn er wieder mit einer solchen Nachricht hier wäre. Aber hätte er dann nicht auch anrufen können?
    Sie verschränkte die Arme vor ihrer Brust, „, Also … Wie komme ich zur der Ehre? “
     
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  3. Pheebs87

    Pheebs87 Well-Known Member

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    "Ja, ich verstehe." Josef lief mit dem Telefonhörer am Ohr in seinem Büro auf und ab. "Ich möchte, dass ihr alles über diesen Kerl heraus findet, das hat höchste Priorität. Verstehst du das?"
    Die Nachrichten, die der Vampir von Adam erfuhr gefielen ihm ganz und gar nicht. Er versuchte es wie einen Job aussehen zu lassen. Eine Sache, die von keinem persönlichen Interesse war. Ein Geschäftsdeal, wie jeder andere auch. Doch in ihm brodelte bittere Wut. Nie hätte er sich je auf dieses Mädchen einlassen dürfen, aber es war zu spät. Auch wenn fast ein Jahr vergangen war - der Gedanke daran, dass Sandrine irgendetwas zustoßen könnte, rief in ihm Gefühle wach, die er einfach nicht wahr haben wollte.

    Sie war besser dran ohne ihn. Das war ihm schon klar gewesen an dem aller ersten Abend, den er mit ihr verbracht hatte. Hätte er doch nie von ihrem Blut getrunken. So oft hatte er diese Szenen vor seinem Inneren Auge wiederholt und doch konnte er sich nicht erklären, was ihn damals geritten hatte. Dachte er wirklich einen weiteren Freshie in seiner Runde begrüßen zu dürfen? Das redete er sich zumindest ein. Er konnte doch nicht wissen, dass Sandrine so schnell so viel mehr wurde als ein Freshie.
    Nachdem Chloe fast gestorben war und Josef das Gefühl nicht los bekam einen großen Teil dazu beigetragen zu haben, entschloss er sich dafür, sich aus Sandrines Leben zurück zu ziehen. Chloe war ihm schon immer ein besonderer Freshie gewesen, doch wenn ihr Leid ihn auf diese Art und Weise ausser Fassung brachte, wie würde es dann nur sein, wenn Sandrine irgendetwas zustieß? Und die Gefahr wuchs, je länger sie mit ihm Zeit verbrachte. Ja, sie war besser dran ohne ihn.

    Der Vampir wusste was er der jungen Frau antat, als er Adam damit beauftragte, sie davon zu unterrichten er wolle sie nicht mehr sehen. Aber es war die einzige Möglichkeit, die er sah. Jedes Mal, wenn er versuchte Sandrine zu erklären, in welche Gefahren er sie bringen konnte, versuchte sie ihn davon zu überzeugen, dass sie darauf gefasst war. Sie würde sich seinetwillen, ihretwillen in diese Gefahr begeben.
    Wie oft waren sie an diesem Punkt gewesen. Ihre wunderschönen Augen, starrten ihn an. Man konnte die feste Entschlossenheit dahinter förmlich spüren. Wenn sie ihm sagte, dass sie bereit war dieser Sache, was sie auch immer war, eine Chance zu geben und ihn aufforderte zu gehen, wenn es ihm nicht genauso ginge, dann konnte er nicht gehen. Er konnte nicht zusehen, wie er sie verletzte. Aber er musste sie verletzen. So tief, dass sie ihm nicht mehr verzeihen würde.

    Chloe hatte ihm gehörig die Meinung gesagt. Sie hatte sich sogar mehrere Wochen von ihm abgewandt und auch wenn er wusste, dass sie nicht genau weiß, was geschehen war, so wusste sie, wie sehr Josef Sandrine verletzt hatte. Doch Chloe kam zurück und auch, wenn sie nun viel Zeit mit Vince verbrachte, was der Vampir in der Zwischenzeit akzeptiert hatte, lebte die vertraute Beziehung zwischen den beiden wieder auf. Nur über Sandrine, wollte Chloe kein Wort verlieren.
    Was die junge Frau und auch Sandrine nicht wussten, war dass Josef seine Männer darauf angesetzt hatte, Sandrine zu überwachen. Er war es sogar oft selbst, der nachts am Straßenrand stand und ihre Eingangstür beobachtete. Er musste sicher gehen, dass sie sicher war und so lange würde er es sich nicht nehmen lassen jemanden auf sie anzusetzen.

    Genau dies brachte nun alle seine guten Vorsätze durcheinander. Hatte er sich zu Beginn noch häufig über Sandrines Leben Bericht erstatten lassen, so war auch er in den letzten Monaten ruhiger geworden. Es war noch nicht so, als könne er ganz von ihr ablassen, doch es genügte ihm, wenn er in regelmäßigen Abständen hörte, dass alles in Ordnung war.
    Doch genau dies hörte er heute nicht. "Und du bist dir sicher es ist ein Vampir, Adam?" hakte er ein weiteres Mal eindringlich nach. Was konnte ein fremder Vampir nur von Sandrine wollen? Seine Männer hatten ihm berichtet, dass sie nicht die einzigen waren, die die junge Frau beschatteten. Noch ein anderer Mann heftete sich seit einer Woche an die Fersen der jungen Fotografin und nun war ohne jeden Zweifel sicher, dieser Mann war ein Vampir. "Ja, bleib an der Sache dran. Höchste Priorität" sagte er nochmals schaft, bevor er den Hörer in die Ecke warf.

    Auch wenn er seinen Männern bis aufs Blut vertraute, konnte er diese Sache nicht in seinen Händen lassen. Plötzlich war er wieder da. Der Beschützerinstinkt. Der Wunsch dafür zu sorgen, dass Sandrine ein unbeschwertes Leben leben konnte.
    Fast automatisch, lief er durch sein Loft zum Fahrstuhl und fuhr in die Tiefgarage. Nur wenige Minuten später raste er über die geschäftigen Straßen LAs und erntete vor allem Gehupe und böse Blicke. Schließlich stand er an der Straßenecke, an der er so viele Nächte verbracht hatte. An die letzte erinnerte er sich noch genau. Er sah, wie Sandrine von diesem Galeristen nach Hause gebracht wurde, sah wie glücklich sie war und wie er sie küsste. Seine Hand ballte sich zur Faust, wenn er nur daran dachte. Dies war die Nacht, in der er entschlossen hatte, dass Sandrine auf dem Weg zu einem neuen Leben war und dass sie ihn bald nicht mehr brauchen würde. Nie wieder hatte er vor ihrem Haus gewacht oder sich einen der Berichte genauer durchgelesen.

    Es half alles nichts, er musste sie vor der Gefahr warnen. Josef lief die Treppen zu ihrer Wohnung hinauf. Es war kein vertrauter Weg, doch schon vor ihrer Wohnungstür nahm er ihren betörenden Duft wahr. Reiß dich zusammen, mahnte er sich, du bist hier, um sie zu warnen, dann verschwindest du wieder aus ihrem Leben. Er klingelte und hörte ihre Schritte in der Wohnung.
    Als sie die Tür öffnete schluckt er hart. Mit einem Mal kam all das wieder, was er so erfolgreich verdrängt hatte. Ihr Duft, ihre wunderschönen Augen, selbst der Geschmack ihres Blutes bildete sich auf seinen Lippen und er musste sich stark konzentrieren nicht mit den Fingern über ihre verwundbare Haut zu streichen. Nur hier um sie zu warnen, wiederholte er immer wieder in seinem Kopf.

    Sandrines körperliche Reaktionen nahm er wohl war, doch wusste er sie nicht zu deuten. So gerne hätte er in ihrenKopf gesehen, doch ihre kühlen Worte verrieten wohl, wie sie ihm gegenüber stand.
    Zuerst wurde er wütend, er ballte die Hand zu einer Faust, wie konnte sie es wagen so mit ihm zu reden. Doch dann besann er sich eines besseren. War das nicht genau das was er wollte. Sie sollte ihn hassen, nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen. Es war das beste für sie. "Es gibt etwas über das ich mit dir reden muss." sagte er schließlich und seine Stimme klang förmlicher als er es erwartet hatte. "Darf ich rein kommen?"
    Es wäre ein leichtes gewesen in ihre Wohnung einzudringen, doch das war nicht das was in dieser Situation weiterhelfen würde, also wartete er geduldig bis Sandrine ihm schließlich den Weg in ihre Wohnung frei gab.

    Er schaute sich um und bewunderte für einen moment die stilvoll eingerichtete kleine Wohnung. Die Frau hatte Geschmack, eine weiter Eigenschaft, die er an ihr zu schätzen gelernt hatte. "Schöne Wohnung." sagte er etwas abwesend und war sich gleich danach bewusst, dass dieser Ausspruch nicht wirklich förderlich war.
    "Okay, hör zu." sagte er deshalb immer noch förmlich und vermied es dabei ihr direkt in die Augen zu sehen. "ich möchte dir nur etwas mitteilen, dann bin ich schon wieder verschwunden. Du bist in Gefahr. Meine Männer haben einen Vampir beobachtete, der dir seit einer Woche auf den Fernsen ist. Wir haben keine Ahnung wer es ist und was er in Gottes Namen von dir will, aber du musst vorsichtig sein." Wohl wissend, dass Sandrine clever genug war, um herauszufinden, wieso gerade seine Männer den Vampir entdeckt haben, sprach er schnell weiter. Er wollte ihr keine Möglichkeit geben die Informationen zu verarbeiten. "Kannst du wegfahren? Nur für eine Weile? Ich kümmer mich um den Kerl und dann ist alles wieder wie vorher." Schließlich blickte er doch in ihre Augen. Er sah sie fordernd an, so als ob seine letzten Sätze nicht als Frage sondern Aufforderung dienen sollten. Wieso hatte er nicht einfach angerufen?
     
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  4. Mcleod Daughter

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    Er wollte reden. Jetzt wollte er reden? Was glaubte er eigentlich, wer er war? Sicherlich war damals etwas zwischen ihnen gewesen, aber so wie er sie behandelt hatte, hatte er sich jedes Recht genommen ihr jemals wieder etwas zu sagen. Doch dann kam ihr die Geschichte mit Chloe wieder in den Sinn und sie trat ohne ein weiteres Wort zur Seite. Sollte er sagen, was er zu sagen hatte. Und wenn es nichts Lebensbedrohliches war, konnte er sich auf was gefasst machen. Sie mochte die Frau nicht, zu der sie geworden war, nachdem er den Kontakt abgebrochen hatte. Sie war zu einer verzweifelten Frau geworden, die alles daran gesetzt hatte, dass er mit ihr sprach. Sie hatte sich geschworen nie wieder so zu werden. Und doch hatten sie eine gemeinsame Vergangenheit und als er in ihre Wohnung an ihr vorbei trat, schloss sie kurz die Augen und sofort sah sie die altbekannten Bilder, die sich bis heute hin und wieder in ihre Träume schlichen.

    Sie schloss die Tür hinter ihm und folgte ihm in ihr Wohnzimmer. Er ließ eine Bemerkung über die Wohnung fallen. Doch alles, woran sie denken konnte, war dass er sich in ihrer Wohnung befand. In ihrer neuen Wohnung, die frei war von Erinnerungen an ihn. Sie spürte die Bisswunde an ihrem Handgelenk jucken, was sie immer tat, wenn sie nervös war. Inzwischen sah man sie nicht mehr so offensichtlich, aber Sandrine wusste, dass sie da war und das reichte aus. Ein Teil aus ihrer Vergangenheit, den sie am liebsten vergessen würde.

    Schließlich drehte sie sich zu ihm. Inzwischen ahnte sie, dass es nicht um Chloe ging. Sonst wäre er schon längst mit der Sprache heraus gerückt.
    Sie hörte ihn reden, viele Informationen prasselten auf sie ein. Gefahr, Beschattung, fremder Vampir, Josef kümmert sich, sie soll wegfahren.

    In einer wenigen angespannten Situation hätte sie vielleicht eher darauf reagiert, dass ein fremder Vampir sie beschattete, aber das, was sie hörte war etwas anderes. Er ließ sie von seinen Männern beobachten?! Er machte über Dritte mit ihr Schluss, meldete sich nie wieder und kam nun wieder her, um ihr mitzuteilen, dass sie ihn Gefahr war, was er wusste, weil er sie weiterhin beobachtete.
    Sie funkelte ihn böse an, „ Was bildest du dir eigentlich ein? Du tauchst hier nach Monaten auf und mischt dich in mein Leben ein?! Ich bin in Gefahr? Ich dachte ich sei in Gefahr, wenn ich länger Kontakt zu dir habe. Und den hast du ja wohl erfolgreich beendet. Oder warte … nein, anscheinend nicht, denn woher wissen deine Männer von dem Vampir?! Haben sie mich die ganzen Monate über beschattet?! “
    Sie redete sich in Rage, das spürte sie. Dabei ging sie gefährlich nah auf ihn zu. Ihr war mehr als bewusst, dass er sie mit einer Handbewegung töten könnte, aber das war ihr momentan ziemlich egal. Als er ihr dann auch noch vorschreiben, was sie zu tun hatte, verlor sie die Fassung. Sie kannte diesen Ton nur allzu gut. Er fragte zwar, aber sie wusste, dass es keine Frage war. Ehe sie sich versah, schnellte ihre Hand vorne und landete diese in seinem Gesicht. Sie wollte ihm noch weiteres an den Kopf werden, spürte dabei aber nur den stechenden Schmerz in ihrer Hand.

    „ Verdamnt! “, rief sie aus und ging dabei einen Schritt zurück, während sie sich die schmerzende Hand mit der anderen an die Brust drückte. Einen Vampir eine verpassen war eindeutig nicht eine ihrer besten Ideen gewesen.
    Sie spürte wie sie vor Wut zitterte, „ Du hast echt Nerven, Josef. Was glaubst du eigentlich wer du bist?! Du hast kein Recht dazu, mir irgendetwas vorzuschreiben. Das hattest du noch nie und selbst wenn, hast du das mit deiner Nachricht vor einem Jahr verspielt. Also verschwinde! “
     
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  5. Pheebs87

    Pheebs87 Well-Known Member

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    Das Vampir schaute die junge Frau vor sich an. In dem kurzen Moment, in dem er auf irgendeine Reaktion wartete, machte er sich zum ersten Mal darüber Gedanken, welche Reaktion er eigentlich erwartet hatte. Sicherlich nicht, dass sie ihm vor Freude um den Hals fällt. Nein, er war sich sicher dies würde nicht geschehen. Aber mit der Kälte in ihrer Stimme hätte er auch nicht gerechnet.
    Sandrines Worte trafen ihn und im ersten Moment wurde er zornig. Hatte sie ihm denn nicht richtig zugehört? Sie wurde verfolgt. Von einem Vampir. Und sie ärgerte sich darüber, dass er sich in ihr Leben einmischte? Gut, zugegeben, er war auch ein Vampir, der ihr nachstellte, aber das war ja wohl eine ganz andere Situation.

    Gerne hätte er sie gehalten und geschüttelt, ihr Vernunft eingeredet. Wie konnte sie nur davon sprechen was in der Vergangenheit lag, wenn sie eventuell in Lebensgefahr schwebte. Er ballte eine Hand zur Faust und konnte sich nur schwer zusammenreißen, um nicht in dem gleichen Ton mit ihr zu sprechen. Doch je länger er ihren Worten zuhörte, desto mehr entspannte er sich wieder.
    War es nicht genau das, was er von ihr wollte. Sie hasste ihn und das war gut so. Und auch wenn es tief in seinem Inneren schmerzte, so hatte er damals genau dies bezweckt. Sie hatte aufgehört das für ihn zu empfinden, was auch immer es gewesen war. Sie hatte ein neues Leben angefangen, einen neuen Mann gefunden - oh wie er diesen Kerl hasste. Es war gut so und er hatte einen großen Fehler gemacht, überhaupt hier aufzutauchen.

    Sandrines Ohrfeige traf ihn unvorbereitet, aber er verzog keine Miene. Er spürte nur einen leichten Schmerz, aber ihre Berührung klang auf seiner Haut noch nach, schon als sie ihre Hand schon lange weggezogen hatte.
    Josef las Sandrines nächsten Redeschwall über dich ergehen und schaute ihr endlich in die Augen, als sie ihn bat, nein, aufforderte zu verschwinden. "Verdammt Sandrine," wiederholte er ihre Worte. "Du hast recht, ich habe einen Fehler gemacht" gab er zu und ging einen kleinen Schritt auf die wunderschöne Frau ihm gegenüber zu. "Ja, ich war feige, aber wenn du genau in dich hinein schaust, dann weißt du, dass es keine andere Möglichkeit für mich gab. Du hättest mich nicht gehen lassen." er wollte sich nicht verteidigen und doch drängten sich diese Worte aus seinem Mund, Worte die so dringend ausgesprochen werden mussten.

    "Du hast recht, du hast ein eigenes Leben und ich habe verstanden, ich werde dich in Frieden lassen." Die Worte kamen leichter von seinen Lippen als er dachte. Dass die junge Frau so für sich einstehen konnte, hatte er verdrängt. Sie war kein kleines hilfloses Mädchen, sie war eine starke wundervolle Frau und sie brauchte ihn nicht. Eine Erkenntnis, die einerseits schmerzte, andererseits aber auch Zufriedenheit schenkte.
    "Wenn ich gleich aus dieser Tür gehe, verspreche ich dir, dass du mich nie wieder sehen musst, wenn du nicht willst." versicherte er ihr mit ruhiger und bestimmter Stimme. "Aber einem kannst du dir sicher sein, ich werde diesen Kerl verfolgen, solange bis ich weiß, wer er ist und was er von dir will. Ich werde nicht zulassen, dass er dir irgendetwas antut, das bin ich dir schuldig."

    Nochmals ging er einen Schritt auf Sandrine zu. "Es tut mir leid, ich hätte mich damals von dir verabschieden sollen." entschuldigte er sich ein weiteres Mal. Auch wenn er sich damals bewusst dafür entschieden hatte, die junge Frau so sehr zu verletzten, dass sie ihn nicht mehr sehen wollte, fiel es ihm nun schwer das gleiche zu tun.
    "Lass es mich dieses Mal richtig machen.", bat er, streckte er den Arm aus und legte seine Hand sanft auf ihre Wange, bevor er noch einen Schritt auf sie zu ging und sie vorsichtig zu sich zog. Er konnte ihren Atem spüren, ihre weiche Haut unter seinen Fingern und es machte ihn fast Wahnsinnig, wenn er daran dachte nun gleich die Wohnung zu verlassen und sie nicht wieder zu sehen. Doch es war das Beste so, dem war er sich plötzlich mehr als sicher. "Pass auf dich auf, Sandrine." seine letzten Worte waren nicht mehr als ein Flüstern, als er seine Lippen auf ihre legte und sie sanft küsste.

    Er schloss die Augen und sog jeden Sinneseindruck dieses Abschiedskusses tief in sich auf. Ihren Duft, ihren Geschmack, nie wollte er es vergessen. Als auch seine zweite Hand an ihre Wange wanderte und sich der Kuss intensivierte, stoppte sich der Vampir innerlich. Er war schon jetzt zu weit gegangen, er musste gehen.
    Abrupt löste er sich von den wunderbar sanften Lippen und ohne ein weiteres Wort verließ er Sandrines Wohnung und fand sich wenige Moment später auf der anderen Straßenseite, wo er einen letzten Blick hinauf zu ihrem Fenster warf, bevor er in sein Auto stieg und in den Sonnenuntergang fuhr.
     
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  6. Mcleod Daughter

    Mcleod Daughter Well-Known Member

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    Ihre Hand pochte. Was hatte sie sich dabei gedacht? Und vor allem, was würde Josef dazu sagen. Als er sie so ansah, musste sie sich zusammenreißen. Ihre kühle und wütende Fassade hatte sie bislang gut aufrecht erhalten können, aber in ihr tobte ein Gefühlschaos. Ihn nach so vielen Monaten wiederzusehen, damit hatte sie nicht gerechnet. Und dann stand er auch noch hier in ihrer Wohnung…

    Als er auf sie zukam hielt sie für einen kurzen Augenblick die Luft an. Sie wollte ihn nicht mehr in seiner Nähe haben. Zu viele Gefühle und Erinnerungen, die in ihr aufkamen, von denen sie dachte sie längst überwunden zu haben.
    Sie hielt seinem Blick stand und sah zu ihm, wollte ihm sagen, dass er den Mund halten und verschwinden sollte. Doch er hatte bereits das Wort ergriffen und ohne, dass sie groß etwas dagegen tun konnte, brannten sich diese Worte in ihren Kopf. Er hatte Recht. Ihr Verhalten, nach dem von ihm herbeigeführten Ende bewies es ihr und sie hatte keine Möglichkeit es zu leugnen. Sie hätte nicht einfach so aufgegeben. Und wohin hätte das geführt? Ihr Kopf wusste schon damals, dass er Recht hatte. Nur leider war Sandrine schon immer ein Mensch gewesen, der nach ihrem Gefühl handelte.

    Seine Worte drangen zu ihr durch. Er sprach davon, dass sie ihn nie wieder sah, … wenn sie nicht wollte. Das wollte sie nicht. Sie wollte endlich abschließen.
    „ Du bist mir rein gar nichts schuldig. “, wollte sie sagen, aber hielt den Mund. Erst jetzt kam ihr der Vampir in den Sinn, der der eigentliche Grund für Josefs Besuch war. Sie wurde beobachtet. Und Josef kannte diesen Vampir nicht. Das konnte doch nicht etwa …

    Weiter kam sie mit ihrem Gedanken nicht, denn Josef kam näher auf sie zu und plötzlich waren alle anderen Gedanken vergessen. Sie beobachtete, wie er auf sie zukam und dicht vor ihr stehen blieb. Sie hörte seine Worte, wollte etwas erwidern, doch ehe sie dazu die Gelegenheit hatte, lag seine Hand bereits auf ihrer Wange. Ihr ganzer Körper stand unter Strom. Diese eine Berührung und sofort tauchten Bilder aus der Vergangenheit vor ihrem geistigen Auge auf. Sie wehrte sich nicht, ließ sich zu ihm ziehen und sah ihm in die Augen. Sollte das nun der Abschied sein, den es vor einem Jahr hätte geben sollen?
    Sie hätte ihm sagen sollen, dass er gehen soll, wie eben. Doch zu ihrem Entsetzen genoss sie seine Berührung zu sehr, als dass die Worte über ihre Lippen gekommen wären. Seine Lippen, seine Hände, sie spürte alles deutlicher als je zuvor. Sie hätte es ihm gegenüber niemals zugeben, wahrscheinlich tat sie es sich selbst gegenüber auch nicht, aber sie hatte ihn vermisst. Und dieser Abschiedskuss machte ihr dies auf bittere Art und Weise deutlich.

    Doch ehe sie sich noch weiter und tiefer in diese alten Gefühle hineinsteigern konnte, löste Josef sich von ihr. Sie beobachtete ihn sprachlos, wie er ohne ein weiteres Wort zu sagen ihre Wohnung verließ und sie wieder einmal allein zurück ließ. Und ihr war klar, dass dies ein Abschied war. Sie schnappte nach Luft und berührte mit ihren Fingern vorsichtig ihre Lippen. Beinahe hatte sie vergessen wie es sich anfühlte, wie er sich anfühlte. Eine typische Josef Begegnung. Kurz und intensiv, sodass es sie mal wieder völlig um den Verstand brachte.

    Sie schüttelte entschieden den Kopf, „ Reiß dich zusammen. “, ermahnte sie sich in Gedanken selbst, „ Du hast einen Abschied gewollt, da hattest du ihn. Er wird dich jetzt in Ruhe lassen und du kannst dein Leben weiterleben. “
    Sie schloss die Augen und sofort schossen ihr Bilder der letzten Szene eben in den Kopf, aber da war noch etwas anderes … Ihr fiel der Grund für sein Kommen ein. Ein unbekannter Vampir. Die Farbe wich aus ihrem Gesicht und sie spürte wie die Übelkeit in ihr aufkam. Jahrelang hatten sie es geschafft unentdeckt zu bleiben. Sollte sie nun wirklich von ihrer Vergangenheit eingeholt werden? Sofort dachte sie an Chloe, aber entschied sich dafür ihre Freundin erst einzuschalten, wenn sie sich sicher war. Sie hatte genug durchgemacht und war glücklich mit Vince, das wollte sie nicht aufs Spiel setzen. Josef hatte gesagt, er würde sich darum kümmern. Aber wenn es wirklich einer der Vampire von damals war, war es ihr Problem. Nicht seines. Sie musste herausfinden, was es mit der Sache auf sich hatte…



    In den letzten drei Wochen hatte die junge Frau einiges zu tun gehabt. Neben der Eröffnung ihrer Galerie, dem Job bei Buzzwire -den sie nebenbei noch immer hatte um Geld reinzuholen- und Josh, hatte sie es sich zur Aufgabe gemacht, herauszufinden was damals nach dem Überfall auf das Dorf geschehen war. Sie hatte noch immer Angst und hätte sich am liebsten verkrochen. Aber Josefs Besuch hatte sie wach gerüttelt. So oder so war jemand hinter ihr her, aber das war nicht sein Problem. Sie wollte nicht, dass es sein Problem war. Natürlich hatte er ganz andere Möglichkeiten, aber auch sie hatte durch Buzzwire die Möglichkeit mehr über Leute herauszufinden und diese machte sie sich zu Nutze.

    Leider hatte sie Josh in den letzten Wochen weniger gesehen. Sie hatte so ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber, dass sie es in seiner Gegenwart kaum ertrug ihm nicht alles zu erzählen. Selbst wenn sie den Vampir-Part wegließ. Sie konnte es einfach nicht. Dass er verständnisvoll ihr gegenüber reagierte und sie sogar in kleinen Pausen mit Kaffee versorgte, machte es nur noch schlimmer. Umso wichtiger war es, dass sie diese Sache endlich abschloss.



    Sie saß über ihrem Laptop und recherchierte. Sie war durch einen Tipp auf eine heiße Spur gestoßen und wenn sie Glück hatte, würde sie sogar eine Adresse bekommen. Die Adresse von einem Typen, der wusste, wer der unbekannte Vampir war. Chloe hatte sie noch immer nichts gesagt. Ihr machte ihre Vergangenheit mindestens genau so sehr zu schaffen, auch wenn sie es nicht offen zugab. Sie musste erst sichergehen.

    Nervös trommelte sie mit den Fingern auf dem Tisch. Josh, der ihr Abendessen gebracht hatte, sah lächelnd zu ihr ehe er hinter sie trat und sie dann aufs Haar küsste, „ Ich bewundere ja, wie sehr du dich für deine Arbeit begeistern kannst, aber meinst du nicht, dass es für heute genug ist? “, fragte er. Sie hatte ihm von einer heißen Story erzählt, die ihr extra Geld bringen würde. Eine weitere Lüge. Und sie fühlte sich furchtbar. Aber je weniger er wusste, desto besser war es für ihn.
    Sie seufzte, drehte sich auf dem Stuhl zu ihm um und sah zu ihm auf, „ Ja, vermutlich hast du Recht. Aber genau das magst du doch an mir, oder etwa nicht? Ich weiß, ich hatte die letzten Wochen noch weniger Zeit als vorher, aber … wenn das hier klappt, dann … “, begann sie und sah ihn an.
    „ … bin ich endlich frei “, vollendete sie in Gedanken den Satz.
    „ … Dann habe ich endlich mehr Zeit … “, sagte sie schließlich, stand auf und ging auf ihn zu. Sie schlang ihre Arme um seine Schultern, „ Es dauert nicht mehr lange, versprochen. “, sagte sie ehe sie ihn küsste. Es war nicht der gleiche Kuss zwischen Josef und ihr, aber das war nicht wichtig. Denn immerhin war das ein Abschiedskuss gewesen.
    Sie löste sich von Josh, der spürte, dass sie in Ruhe weiterarbeiten wollte. Ergebend hob er die Hände, grinste und küsste sie nochmal, bevor er die Wohnung verließ. Seufzend sah sie ihm nach. Wieso konnte sie nicht einfach glücklich sein? Sie versuchte sich einzureden, dass sie es sein würde, wenn die ganzen Vampir Geschichten endlich ein Ende hatten.

    Das Blinken ihres eMail Fachs ließ ihre Aufmerksamkeit wieder zum Laptop wandern.
    „ Bingo. “, grinste sie zufrieden. Sie hatte eine Adresse. Und zu der würde sie gleich fahren. Sie würde nicht einfach klingeln oder klopfen, aber dort hinzufahren und sich umzuschauen konnte nicht schaden. Also schnappte sie sich ihren Autoschlüssel und ihre Kamera und machte sich auf den Weg nach Downtown.

    Endlich kam sie bei der Adresse an und stellte den Wagen ab. Die Sonne war inzwischen untergegangen und einen kurzen Augenblick fragte sie sich, was sie hier eigentlich tat. Sie kein Vampir, keine Jägerin oder Detektiv. Ihr Herz pochte ihr bis zum Hals und ihre Hände schwitzten. Aber sie musste einfach wissen, wer dieser Vampir war. Ohne dann einen weiteren Plan zu haben. Aber alles war besser als das Warten.
    Es war kein auffälliges Gebäude. Es sah eher runtergekommen aus, aber es war bewohnt. Aus einigen Fenstern strömte Licht. Und wenn es nur das flackernde Licht des Fernsehers war. Sie hatte vorgehabt sich umzusehen, nun würde sie keinen Rückzieher mehr machen. Die Straße war nicht leer, sie war relativ gut befahren, also sollte das vorerst kein Problem sein. Sie schnappte sich ihre Tasche, in der sie die Kamera hatte und stieg aus dem Wagen, um sich das Gebäude erst mal von außen anzusehen. Vielleicht entdeckte sie ja einen bekannten Namen auf den Klingelschildern.
     
  7. Pheebs87

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    Bist du eigentlich noch ganz bei Sinnen, murmelte Josef vor sich hin, als er mit seinem schwarzen Jaguar durch die Straßen LAs bretterte. Der Mann, der kein Geschäft abschloss, ohne vorher alle Eventualitäten in Betracht gezogen zu haben, der Vampir, der jeden seiner Angestellten doppelt und dreifach durchleuchten lässt, bevor er sie anstellt, vor allem seine menschlichen Angestellte, er, Josef war ohne sich nur einen Gedanken zu machen aufgebrochen, um Sandrine zu retten. Ein bitteres Lachen kam über seine Lippen, als er in die Tiefgarage einbog. Das konnte ja nur eine Katastrophe werden.
    Ihren süßen Geschmack immer noch auf den Lippen starrte er durch die Windschutzscheibe. Es war gut so, wiederholte er monoton in seinem Kopf. Sie wollte und brauchte ihn nicht mehr. Es war gut so.
    -----------

    Mehrere Wochen vergingen. Es gab genug Arbeit, um den Vorfall so schnell wie möglich zu verdrängen und der Vampir entschloss sich spontan eine große Party zu schmeißen. Alles was Rang und Namen hatte versammelte sich in seinem Appartement. Auch Chloe und Vince waren da, aber Josef versuchte den beiden so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen.
    Nicht das Chloe dies nicht gespürt hätte. Sie suchte Josefs Nähe und versuchte ein Gespräch mit ihm zu starten, doch Josef blockte ab. Geschäftig unterhielt er sich mit zwei potentiellen neuen Kunden und zeigte Chloe die kalte Schulter, welche schließlich aufgab und die Party genoss. Der Vampir war sich sicher, dass sie nichts von dem Vorfall zwischen ihm und Sandrine wusste und das war auch gut so. Er hatte nicht die geringste Lust darauf sich nochmals eine ihrer Standpauken anhören zu müssen. Auch wenn sie eigentlich ja stolz auf ihn sein musste. Er hatte sie frei gegeben, endlich losgelassen.

    Später in er Nacht lag Josef mit zwei seiner Freshies entspannt im Jakuzzi auf der Dachterasse. Die Party war zu Ende und die letzten Gäste waren gegangen. Neckisch zog er Danielle zu sich, welche albern kicherte. Er küsste sie innig, bevor er ihr Handgelenk nahm und genüsslich von ihrem Blut trank. Er genoss sein Leben in vollen Zügen und nichts konnte ihn mehr davon abhalten.
    Ein Räuspern ließ ihn aufhorchen und er drehte sich zur Terassentür, um dort Ben, den neuen Portier zu entdecken. "Was gibt es?" fragte er scharf, um dem Mann gleich verständlich zu machen, dass er diese Art von Störung nicht duldete. "Entschuldigen Sie, Sir." hörte er den jungen Mann stammeln. "Aber hier ist ein Anruf für sie. Er sagt es sei wichtig und sie würden dafür bei allem gestört werden wollen."
    Josef nahm den Hörer entgegen und bedeutete den Mädchen ruhig zu sein.

    Am anderen Ende meldete sich Adam. Er entschuldigte sich nicht einmal, dass er Josef bei irgendetwas störte, sonder fütterte ihn gleich mit Informationen über den fremden Vampir, der so ein großes Interesse an Sandrine zeigte.
    Adam berichtete, dass er noch nicht sehr lange in LA war und ursprünglich aus Frankreich kommt. Er war kurz davor eine Adresse ausfindig zu machen und fragte Josef, ob er sich weiter darum kümmern solle, oder welchen weiteren Weg Josef einschlagen wollte. "Schick mir die Adresse so bald du sie hast." befahl Josef und beendete das Telefonat. Auch wenn Sandrine aus seinem Leben verschwunden war, so würde er diesen Vampir wenn es sein musste mit bloßen Händen töten. Dass er aus Frankreich kam, wunderte den Vampir allerdings. Was konnte er von der jungen Frau wollen?

    Später am nächsten Abend, erhielt Josef schließlich, die Adresse per Email und beschloss sich gleich selbst auf den Weg zu machen. Ein wenig Action konnte ihm nur gut tun. Kurz überlegte er Mick mit ins Boot zu holen, doch was wollte er seinem besten Freund erzählen. Dieser wusste immer noch nichts von der Sache zwischen Josef und Sandrine und er würde es bestimmt für sich behalten, denn gerade für Mick, wäre dies ein gefundenes Fressen. War er es nicht, der von Josef regelmäßige Standpauken über das Thema Vampire und Menschen erhielt?
    So stieg der Vampir auf eines seiner Motorräder und machte sich alleine auf den Weg zu der unbekannten Adresse. Es war sicherlich sinnvoll zuerst eine Weile die Lage zu erkunden, bevor er sich zu irgendeiner Tat entschloss. Nochmals würde er in dieser Angelegenheit nicht so kopflos handeln.
    In einer dunklen Ecke, fand der Vampir eine gute Stelle, von der aus er das Haus und dessen Eingangstür gut im Blick hatte.

    Lange tat sich nichts und Josef sah sich schon, doch einmal in dem Haus nach den Rechten zu sehen, als ein Auto vorfuhr, welches er nur all zu gut kannte. "Das kann nicht ihr Ernst sein." murmelte er verärgert, als Sandrine aus ihrem Auto stieg und sich dem Haus näherte, dessen Adresse er von seinem Mittelsmann bekommen hatte.
    Schnell und ohne weiter darüber nachzudenken bewegte er sich aus seinem Versteck und versperrte Sandrine den Weg. Mit wütendem Blick fixierte er den ihren. "Bist du von allen guten Geistern verlassen?" Fest, aber trotzdem behutsam, packte er sie am Arm und zog sie von der Eingangstür weg, in die dunkle Ecke, in der er gerade noch das Haus beobachtet hatte. "Wie kannst du nur alleine hier auftauchen? Ist dir denn überhaupt nicht bewusst in welche Gefahr du dich begibst? Ich habe dir gesagt ich kümmere mich darum." Erst jetzt ließ er sie wieder los, versperrte ihr aber mit seinem Körper jeglichem Fluchtweg. "Könntest du dich verdammt nochmal wenigstens aus Schwierigkeiten raus halten, wenn du schon so darauf besessen bist, dass du keine Hilfe brauchst? "
     
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  8. Mcleod Daughter

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    Sie spürte wie ihr Puls sich beschleunigte. Klar hatte sie Angst, aber genau das hatte sie satt. Jahrelang hatte sie in Angst gelebt, sogar davor ihre eigene Familie zu besuchen. So konnte es nicht weitergehen. Wenn sie die Sache mit Josef eines gelehrt hatte, dann dass sie stärker und mutiger war, als sie dachte. Sie wollte nicht mehr weglaufen und wenn es wirklich einer der Vampire aus ihrer Vergangenheit war, würde er auch nicht einfach so aufgeben. Wenn er sie einfach nur hätte töten wollen, hätte er dies schon längst getan. Sie musste einfach wissen, mit wem sie es zu tun hatte.

    Gerade wollte sie einen Blick auf die Klingelschilder werfen, als sich ihr jemand in den Weg stellte. Sie unterdrückte den Schrei, der ihre Kehle hinaufkriechen wollte.
    „ Was zum Teufel … “, murmelte sie und erkannte Josef. Ehe sie noch etwas sagen konnte, hatte er sie schon am Arm gefasst und schleifte sie mit in eine dunkle Ecke. Sie versuchte sich von ihm loszumachen, noch während er ihr eine Standpauke hielt, doch er war einfach zu stark. Ein weiteres Mal verfluchte sie sich dafür sich auf ihn eingelassen zu haben.

    Sie funkelte ihn böse an, „ Es ist nicht deine Sache, Josef. Ich werde beschattet. Dieser unbekannte Vampir ist hinter mir her! “, sagte sie lauter als gewollt und drosselte ihre Stimme. Dass nun jemand auf sie aufmerksam wurde konnte sie wirklich nicht gebrauchen, „ Es ist mir egal, wie oft du sagst, dass du dich darum kümmerst. Was hast du jetzt vor, huh? Willst du mich hier festhalten, bis ich meine Meinung ändere? Da kannst du lange warten. Es ist meine verdammte Angelegenheit! “, fuhr sie leise, aber immer noch wütend fort. Sie wollte sich an ihm vorbeidrängen, doch er versperrte ihr den Weg. Wieder zitterte sie. Ob vor Wut, Angst oder Erinnerungen, die seine Nähe bei ihr auslösten konnte sie nicht sagen.

    Ihre Stimme bebte, ihr Puls raste und sie atmete in schnellen Zügen. Sie zwang sich dazu, sich zu konzentrieren. Jetzt auf Konfrontation zu gehen, brachte ihr gar nichts. Dass er hier war, hieß, dass er etwas wusste. Vielleicht mehr als sie. Und wenn dem so war, musste sie es wissen.
    „ Was weißt du über diesen Kerl? “, fragte sie ihn schließlich und sah ihn herausfordernd an. Dass er ihr bereits das zweite Mal in wenigen Wochen so nah war, versuchte sie zu verdrängen. Hier ging es nicht um sie beide, hier ging es um mehr.
    „ Du bist doch nicht ohne Grund hier, Josef. “ Dieses Mal war sie diejenige, die ihn mit ihrem Blick fixierte, „ Was.weißt.du? “
     
  9. Pheebs87

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    Der Vampir konnte es immer noch nicht glauben. Konnte sie wirklich so dumm sein? Eigentlich hatte er in Sandrine immer die intelligente überlegte Frau gesehen, genau das hatten ihn beeindruckte. Doch nun stand sie hier vor ihm und versuchte ihm weiß zu machen, dass es hier um ihre Sache geht. Dass er sich raus halten soll. Josef lachte sarkastisch auf. "Und was hast du dir gedacht?" fragte er spöttisch "Möchtest du mal eben gerade den netten Vampir besuchen, der dich seit Wochen verfolgt? Ihn auf einen Kaffee einladen und bitten dich in Ruhe zu lassen?"
    Er wusste sehr wohl, dass er übertrieb, aber wie sonst sollte er mit Sandrine umgehen? Was hatte sie sich gedacht? Nur zu gerne würde er es wissen.

    Ihm war durchaus bewusst, wie nah er ihr gerade war. Er spürte ihren Atem, sog ihren Duft ein, hörte ihren Herzschlag. Sie war aufgebracht, dass merkte er nicht nur durch ihre Stimme, sondern auch an ihrem Puls. Er schlug schnell und wild, was ihn sofort in die Vergangenheit zurück versetzte. Der Gedanke an ihr Blut machte ihn fast verrückt und er musste sich stark konzentrieren nicht die Fassung zu verlieren. Fast unmerkbar wich er ein paar Zentimeter von ihr zurück, immer darauf bedacht, dass sie ihm nicht einfach so entwischen konnte.
    "Sandrine ich bitte dich," hakte er nun mit einer sanfteren, fast flehenden Stimme, "willst du dich wirklich umbringen lassen? Damit ist niemandem geholfen."

    Die junge Frau hörte schließlich auf sich zu wehren und Josef entspannte ein wenig. Ihre Stimme klang ruhig aber bestimmt, als sie ein weiteres Mal sprach und ihn fragte, was er wisse. Josef hatte nicht vor ihr irgend etwas zu sagen. Wenn es sein müsse, dann würde er sie eigenhändig in ihr Auto setzen und nach Hause fahren. Doch ihr drängender Blick verriet ihm, dass Sandrine nicht bereit war so schnell aufzugeben.
    Sie sah ihm tief in die Augen und Josef musste aufpassen sich nicht darin zu verlieren. Wann hatte er das letzte Mal in diese wunderschönen Augen gesehen? Er hatte es verdrängt, vergessen wollen, denn das Gefühl, dass Sandrines Blick in ihm auslöste war falsch und momentan überhaupt nicht angebracht.

    Es trennte sie nur ein kleiner Abstand und Josef unterdrückte den Impuls seine Hand ein weiteres Mal auf ihre Wange zu legen, sie zu berühren. Ein kalter Schauer voller Verlangen durchlief seinen Körper. Der Vampir seufzte und versuchte einen klaren Kopf zu bekommen. Sandrine würde nicht aufgeben, sie würde sich wieder und wieder in Gefahr bringen. Wieso also gegen sie Arbeiten. Wenn er ihr berichtete, was er weiß, vielleicht würde sie sich darauf einlassen nicht mehr alleine in irgendwelchen dunklen Gegenden herumzuschnüffeln.
    "Nicht viel." gab er zu und schaffte es endlich wieder auf einer sachlichen Ebene zu denken. "Er ist noch nicht lange in LA. Ursprünglich kommt er aus Frankreich, aber er versteht sich darin seine Spuren zu verwischen."

    Josef erkannte etwas in Sandrines Augen. Als er ihr Heimatland aussprach merkte er, dass sie mehr wusste als sie je zugeben würde. Fest packte er sie an beiden Schultern und blickte ihr fordernd in die Augen. "Was will der Kerl von dir?" krampfhaft unterdrückte er den Impuls sie zu schütteln. "Sandrine sag schon, was hast du mit ihm zu tun? Es ist mir egal, ob du meine Hilfe brauchst oder nicht, aber ich werde dich hier nicht alleine lassen, bis ich die Wahrheit weiß." er erinnerte sich an ihre vorherigen Worte und fügte hinzu: "und das bedeutet, auch wenn ich dich festhalten muss, bis du deine Meinung änderst."
     
  10. Mcleod Daughter

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    Sie konnte es nicht leiden, wenn er sie wie ein Kleinkind behandelte. Das mochte sie schon damals nicht und inzwischen erst Recht nicht. Seine herablassende Art machte sie nur noch wütender.
    „ Sag mir nicht, was ich dabei gedacht habe. Außerdem wohnt hier jemand, der Geschäfte mit ihm macht und der ist zufälligerweise kein Vampir! “, fauchte sie ihn an, „ Und vielleicht hätte er ja Interesse an einem Kaffee mit mir. “, fügte sie dann noch ebenso sarkastisch wie er hinzu. Was er konnte, konnte sie schon lange. Sie würde sich nicht von ihm den Mund verbieten lassen.

    Der Ton in seiner Stimme, als er fortfuhr ließ sie fast wieder weich werden. Dieser Typ machte sie verrückt. In einem Moment würde sie ihn am liebsten umbringen und dann gab es da wieder diese Momente, in denen …. Sie schüttelte den Kopf, um wieder einigermaßen zu Verstand zu kommen. Dabei musste sie seine Nähe mit aller Kraft ignorieren. Sie erwiderte seinen Blick, „ Ich habe nicht vor mich umbringen zu lassen. Ich will wissen, was hier los ist. “, sagte sie leise, schon beinahe ein Flüstern. Noch bis vor wenigen Wochen war alles gut und nun war ihr Leben schon wieder ein einziges Chaos. Das wollte sie einfach nicht zulassen.

    Sie spürte, dass er sich, wenn auch nur ein kleines Stück von ihr entfernte. Also schien er sich darauf einzulassen ihre Frage zu beantworten.
    Das Einzige was sie hörte war Frankreich. Die Farbe wich aus ihrem Gesicht. Also war es wahr?! Es war einer der Vampire von damals. Was zum Teufel wollte er von ihr? Töten sicherlich nicht, denn dann das wäre ein leichtes für ihn gewesen.
    Josefs Worte drangen gar nicht richtig zu ihr durch, bis sie seine Hände an ihren Schultern spürte. Sie sah ihn an und schüttelte den Kopf, „ Nein, ich … kann nicht. “

    Natürlich wusste er, dass sie etwas wusste. Das hätte wohl jeder Blinde gemerkt. Es war eine Sache zu vermuten, aber es dann tatsächlich zu wissen etwas ganz anderes. So viele Jahre hatte sie in Angst gelebt und nun schien sie ihre Vergangenheit einzuholen. Und was war mit Chloe? Wurde sie auch beschattet? Sie war doch sicherlich auch in Gefahr. Verdammt, sie konnte keinen klaren Gedanken fassen. Sollte sie Josef alles erzählen? Obwohl sie sich damals geschworen hatten nie wieder ein Wort darüber zu verlieren.

    Schließlich traf sie einen Entschluss, „ Wenn dieser Vampir wirklich aus Frankreich kommt und es auf mich abgesehen hat … ist Chloe ebenfalls in Gefahr. “, sagte sie leise und sah ihn an, „ Ich kann und werde nicht mit Dir darüber sprechen, Josef. Es tut mir leid, ich … Kannst du bitte dafür sorgen, dass ihr nichts passiert? Sie soll es nicht erfahren, sprich von mir aus mit einem deiner Männer oder mit Vince, aber Chloe darf davon nichts erfahren. Sie müssen auf sie aufpassen. “
    Sie wusste, dass ihre Freundin stinksauer auf sie sein würde, wenn sie das erfuhr, aber vielleicht schaffte sie es ja irgendwie die Sache zu regeln, ohne dass sie sie damit behelligen musste. Sie hatte keinen weiteren Plan, was sollte sie tun? Sie musste sich eingestehen, dass sie nicht weitergedacht hatte. Und damit hatte Josef tatsächlich Recht. Das war eine Selbstmord Aktion. Natürlich wollte sie ihre Freundin und auch sich selbst außer Gefahr wissen, aber ebenfalls war da diese kleine Stimme in ihr, die wissen wollte, was zum Teufel dieser Kerl von ihr wollte. Aber das konnte sie nicht alleine durchziehen. Sie hatte keine Ahnung, wie man bei sowas vorging. Schon bei dieser Aktion hatte sie eigentlich keine Ahnung, was sie da tat.

    „ Ich brauche deine Hilfe. “, hörte sie sich selbst sagen, ehe sie sich daran hindern konnte, diese Worte auszusprechen, „ Aber es muss nach meinen Bedingungen laufen, Josef. Ich kann dir keine Details erzählen, aber was ich dir sagen kann, ist … dass ich keine Ahnung habe, was dieser Typ von mir will. “, sagte sie und war dabei ehrlich. Sie konnte ihm nicht die Wahrheit sagen, aber sie wollte bei dem, was sie sagte, versuchen so ehrlich wie möglich zu sein, wenn sie ihn schon um seine Hilfe bat.
    „ Ich will wissen, weshalb er mich beobachtet und ich muss dafür mit ihm sprechen. “, sagte sie ohne eine weitere Erklärung. Es brachte ihr nichts, wenn Josef ihn einfach umbrachte. So würde sie nie erfahren, was er vorhatte. Vielleicht gab es noch mehr von ihm, doch das würde sie nur erfahren, wenn sie ihn irgendwie erwischten. Und bei dem Gedanken daran, lief ihr ein Schauer über den Rücken.
     
  11. Pheebs87

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    Sandrines aufgebrachte Antwort ließ ihn den Kopf schütteln. Es war unmöglich mit ihr zu diskutieren. Egal was er sagte, sie hatte ihren eigenen Kopf und dies war genau das, was sie immer wieder in diese Situationen brachte. "Du denkt also, dass Männer, die in solchen Gegenden wohnen und mit Vampiren Geschäfte machen, nicht wirklich gefährlich sein können?" hielt er ihr einen Spiegel vor. Es kam ihm vor, als ging es hier nicht um die momentane Situation. Die junge Frau würde ihm aus Prinzip widersprechen, egal was er sagte. Sie war die einzige, die sich nie davor scheute ihm zu widersprechen, auch das war eine Eigenschaft, die er immer an ihr geschätzt hatte, auch wenn sie oft, wie auch jetzt, in den Wahnsinn trieb.

    Als Josef endlich seine Tonart änderte, wurde auch Sandrine ruhiger. Es brachte überhaupt nichts sich hier anzufeinden. Beiden war klar, dass keiner nachgeben würde und sie mussten einen Weg finden, mit dem beide Leben konnten. Auch wenn Josef weit über seinen Schatten springen musste, um Sandrine überhaupt mit in diese Geschichte hinein zu lassen.
    Doch sie hatte Recht, sie war schon mitten drin und ihr Gesichtsausdruck, als er das Herkunftsland des fremden Vampirs preisgab, sprach Bände. Zum ersten Mal regte sich in Josef die Vermutung, dass Sandrine schon vor ihm Kontakt mit Vampiren hatte. Tausend Gedanken schossen in seinem Kopf umher. Bis jetzt hatte er vermutet, dass Sandrine nicht ausschließlich seine Nähe gesucht hatte, weil er ein Vampir war. Nicht wie viele andere Menschen, die die Fastzination Vampir dazu brachte immer wieder deren Gegenwart aufzusuchen. Nein, er hatte immer den Eindruck bei ihr ginge es um mehr, um ihn. Doch der Gedanke, dass sie schon in Frankreich den Kontakt zu Vampiren pflegte warf ein anderes Bild auf sie. War so wohl möglich doch nichts anderes als jeder andere Freshie, der sich Josef zugewandt hatte?

    Überfordert von seinen Gedanken, wisch er weiter von Sandrine zurück. Es war, als stand er plötzlich einer Unbekannten gegenüber. Doch gerade jetzt musste er wissen, was in Frankreich geschehen war. Es schien nicht, als würde sich die junge Frau übermäßig über das Auftauchen des Vampirs aus ihrer Vergangenheit freuen. Sorge stand ihr groß ins Gesicht geschrieben.
    Als Josef sie schließlich packte, behutsam aber doch bestimmt, hatte er für einen kurzen Moment das Gefühl, als wäre sie in einer komplett anderen Welt. "Sandrine, was auch immer geschehen ist. Wenn ich es nicht weiß, dann kann ich nichts tun." Seine Argumentation würde sicherlich nicht viel weiterhelfen, denn Sandrine hatte deutlich gemacht, dass sie nicht wollte, dass er etwas tat und doch, musste sie wissen, dass es nun zu spät war. Er würde sich nicht einfach aus dieser Sache verabschieden und sie alleine mit irgendwelchen Vampiren verhandeln lassen.

    Endlich fing Sandrine zu sprechen an. Ihre Worte hallten in seinem Kopf nach und Josef versuchte die Bruchstücke in seinem Kopf zusammen zu setzen. Chloe hatte also auch mit der Sache zu tun. Sie hatte ihm erzählt, dass schwierige Umstände sie aus Frankreich nach LA getrieben hatten, doch auch sie hatte nie von anderen Vampiren gesprochen. Den beiden Frauen musste sehr daran gelegen haben, dass niemand erfährt, was auch immer in ihrer Heimat geschehen war.
    Josef erinnerte sich an ein Gespräch mit Sandrine, über Frankreich und ihre Familie und die tiefe Trauer, die er damals in ihren Augen gesehen hatte. Sofort unterdrückte er den Impuls sie an sich zu ziehen und ihr zu versprechen, dass alles wieder gut wurde. Er war nicht mehr der Mann, der dies hätte für sie tun können. "Ich kümmere mich darum." sagte er schlicht und distanzierend. "Vertrau mir, Chloe wird nicht zu Schaden kommen."

    Um nach seinen Worten Taten sprechen zu lassen, fischte Josef sein Telefon aus der Tasche. Er wählte eine alt bekannte Nummer und nach wenigen Momenten hatte er Vince am Telefon. "Ist Chloe bei dir?" fragte er seinen alten Freund der dies verwundert bejahte. "Hör zu, ich habe nicht viel Zeit zu erklären, aber sie ist in Gefahr. Kannst du darauf achten, dass sie bei dir bleibt?" Vince klang besorgt aber Josef konnte ihn davon überzeugen, dass es besser für sie war, dass sie nichts wusste. "Wenn sie nicht bei dir sein kann, schick sie zu mir. Lass dir irgendetwas einfallen und sieh zu, dass sie nicht alleine ist." beendete er nach kurzer Zeit das Gespräch, steckte sein Handy zurück in die Hosentasche und schaute zu Sandrine.
    "Ich hoffe du bist dir sicher, dass das die richtige Lösung ist." sagte er kühl, denn er selbst war nicht davon überzeugt Chloe nicht in die ganze Geschichte einzuweihen. Die impulsive junge Frau würde ausflippen, wenn sie erfuhr, dass alle hinter ihrem Rücken Bescheid wussten und doch musste Josef Sandrine beweisen, dass er sie ernst nahm. Nur so, würde sie ihm eventuell gewähren mit ihr gemeinsam dieser Sache nachzugehen.

    Sein Telefonat schien Wirklung zu zeigen, denn Sandrine bat tatsächlich um seine Hilfe. Der Vampir zog eine Augenbraue hoch, als sie ihre Bedingungen stellte. "Du möchtest, dass ich dir helfe, aber du verschweigst mir um was es hier eigentlich geht?" wiederholte er Sandrines Worte ungläubig. Sie konnte nicht wirklich glauben, dass er sich auf diesen Deal einließ. Ihre weiteren Worte schockten ihn noch mehr. Sie wollte mit diesem Typen sprechen, einem Vampir, der ihr mit Leichtigkeit das Herz aus dem Leib reisen konnte. Nur über seine Leiche, würde er sie überhaupt in die Nähe von ihrem Verfolger lassen. "Wieso überlässt du das mit ihm Sprechen, nicht einfach mir?" fragte er mit einem düsteren Lächeln auf den Lippen, das genau dies verriet.

    Es hatte keinen Sinn hier weiter zu diskutieren, sie musste einen Weg finden diese Sache zu lösen und eine dunkle Straßenecke war sicherlich nicht der richtige Platz dafür. "Du bittest um meine Hilfe? Dann musst du mir vertrauen." sagte er schlicht und umfasste ihr Handgelenk, um sie zu seinem Motorrad zu führen.
    Seine Finger umschlossen es nur leicht, sodass sie sich jeder Zeit hätte aus seinem Griff befreien können. Er spürte die sanften, kaum mehr spürbaren Narben, an der Innenseite ihres Handgelenkes und ein weiterer Schauer breitete sich über seinen Körper aus. Er spürte ihren Puls unter seinen Fingerspitzen pochen und heißes Verlangen stieg in ihm auf. Reiß dich zusammen, befahl er sich streng.
    An seinem Motorrad angekommen, reichte er Sandrine den Helm und ohne etwas weiteres zu sagen, stieg er auf und wartete, bis auch Sandrine auf der Maschine Platz genommen hat. Ihr Körper an seinem brachte ihn fast um den Verstand. Viel zu schnell fuhr er über die gut befahrenen Straßen der Stadt, um irgendwie wieder einen kühlen Kopf zu bekommen. Es wäre das Beste gewesen, er hätte sich in diese Sache nie eingemischt. Doch nun war es zu spät, sie saßen beiden viel zu tief drinnen.
     
  12. Mcleod Daughter

    Mcleod Daughter Well-Known Member

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    Es hatte keinen Sinn mit ihm zu sprechen. Vor allem, weil sie tief im Inneren wusste, dass er Recht hatte. Was hatte sie sich gedacht? Dass sie kurz mal klingeln und den Typen fragen würde, was er mit dem fremden Vampir zu schaffen hatte? Auch dieser Typ konnte sonst was mit ihr machen… Aber bevor sie das Josef gegenüber zugab -gerade in dieser Situation- würde sie sich lieber die Zunge abbeißen. Daher war ihre einzige Reaktion darauf ihn anzusehen und die Augen zu verdrehen. Soweit hatte sie nicht gedacht. Sie wollte einfach nur, dass diese ganze Sache aufhörte. Sie wollte ihre Galerie eröffnen und mit Josh glücklich werden …

    Sie hatte keine Ahnung, was er dachte. Sie hatte ihm lediglich kleine Häppchen zugeworfen und ihr war klar, dass ihm das nicht ausreichen würde. Aber sie war nicht bereit über ihre Vergangenheit zu sprechen. Vielleicht würde sie das nie sein, aber momentan rannte ihr die Zeit weg.
    Er holte sie ihren Gedanken als er sie an den Armen packte und durchdringend ansah. Er wollte ihr helfen, aber er konnte nichts tun, wenn er nicht wusste. Doch er ließ sich darauf ein, ihr zu helfen Chloe zu schützen. Vielleicht war sie auch nicht in Gefahr. Wenn sie beobachtet werden würde, hätte Vince ja vielleicht auch schon längst etwas gemerkt. Sie atmete durch, als er sie loß ließ. Nicht, weil sie Angst vor ihm hatte, sondern eher weil ihr seine Nähe dadurch nur noch bewusster wurde. Seit ihrer Begegnung vor drei Wochen war wieder völlig durcheinander, auch wenn sie es ungern zugab. Josef beeinflusste sie auf eine Art und Weise, die sie sich nicht erklären konnte und von der er selbst wahrscheinlich gar nichts wusste.

    Sie sah ihn dankbar an, als er zu seinem Handy griff und damit kümmerte, dass Chloe nichts geschah, „ Ich danke dir. “, sagte sie leise, beinahe ein Flüstern. Sie lauschte dem Telefonat, das er mit Vince führte, während sie immer unruhiger wurde. Was wollte dieser Typ von ihr? Und wieso tauchte er ausgerechnet jetzt auf? Dahinter musste einfach mehr stecken.

    Sie beobachtete ihn, wie er sein Handy zurück in die Tasche steckte. Die Kühle in seiner Stimme, ließ sie ihn ansehen.
    „ Ich habe keine Ahnung, ob es das Richtige ist. Aber ich will, dass sie in Sicherheit ist und vor allem nicht, dass sie sich unnötig Sorgen macht. Vielleicht ist auch niemand hinter ihr her. “, antwortete sie ihm lediglich auf seine Befürchtung. Chloe würde sie umbringen, wenn sie es erfuhr, dessen war sie sich sicher. Selbst wenn es niemand auf sie abgesehen hätte, wäre sie stinkwütend, wenn sie im Nachhinein erfuhr, dass Sandrine in Gefahr gewesen war. Aber das musste die junge Frau nun in Kauf nehmen. Sie hatte sich endlich wieder etwas aufgebaut und war glücklich mit Vince. Das würde sie ihr nicht nehmen. Zumindest jetzt noch nicht.

    Sie hatte seine Reaktion bereits vermutet und wenn sie ehrlich war, konnte sie es ihm nicht mal übel nehmen. Aber so war es nun mal. Momentan konnte sie ihm einfach nicht sagen. Als sie sein düsteres Grinsen sah, lief ihr ein Schauer über den Rücken. Sie wusste, dass er sie beschützen wollte und dafür war sie ihm dankbar, aber diese Sache konnte sie einfach niemand anderen für sie klären lassen. Es wurde Zeit, dass sie sich ihrer Vergangenheit stellte.

    „ Weil es nicht deine Vergangenheit ist, die dich gerade wieder einholt, Josef. Deshalb. “, sagte sie einfach und wollte ihm nicht mehr dazu sagen. Früher oder später würde sie mit ihm sprechen müssen, das war ihr schon klar. Aber wieso konnte er sich nicht darauf einlassen? Wieso vertraute ihr nicht einfach? Er verlangte von ihr, ihm alles zu überlassen. Aber dieser Typ war hinter ihr her und wegen ihr in der Stadt. Vermutlich hatte er schon einige Menschenleben auf dem Gewissen und sie konnte einfach nicht tatenlos dabei zusehen, wie Josef ihre Angelegenheit klärte.

    Er sprach von Vertrauen und ehe sie reagieren konnte, hatte er sie bereits am Handgelenk gefasst und führte sie aus der Gasse. Was hatte er denn nun vor? Sie wollte protestieren und sich losmachen, aber ihr war klar, dass sie seine Hilfe brauchte. Auch wenn sie sie eigentlich nicht wollte. Noch immer brachten seine Berührungen Bilder zum Vorschein, die sie so stark versucht hatte zu verdrängen. Er hatte sie gefragt, ob sie ihm vertraute und als er ihr wortlos den Helm reichte, wurde dieses Vertrauen auf die Probe gestellt. Vertraute sie ihm? Trotz allen Missverständnissen, Streitgesprächen und Unstimmigkeiten zwischen den beiden, griff sie beinahe im gleichen Augenblick nach dem Helm. Das war wohl die Antwort auf ihre Frage.

    Sie stieg hinter ihm auf das Motorrad und schlang ihre Arme um seinen muskulösen Oberkörper. Hatte sie sich nicht vorgenommen körperlichen Abstand von ihm zu gewinnen? Doch genau das war gerade jetzt nicht möglich. Normalerweise hätte sie Bedenken gehabt, doch aus irgendeinem Grund war sie ruhig -zumindest was das Fahren auf dem Motorrad anging. Er fuhr schnell – eindeutig zu schnell. Aber das gab auch ihr die Möglichkeit über das eben Geschehene nachzudenken und weitestgehend zu verarbeiten. Doch vor allem war sie froh darüber nicht mit ihm sprechen und ihn ansehen zu müssen. Sie ertappte sich wieder dabei, wie sie schnell schwach wurde, wenn sie ihm in die Augen sah.

    Zu schnell kamen sie bei ihm an. Sie war noch nicht bereit sich mit ihm auseinander zu setzen, doch nun hatte sie keine Wahl. Er fuhr in die Tiefgarage und nachdem er geparkt hatte, stieg sie ab. Ihre Knie zitterten leicht und sie konnte nicht sagen, ob es an der rasanten Fahrt oder dem Körperkontakt gelegen hatte.
    Gemeinsam fuhren sie mit dem Fahrstuhl in sein Loft und gerade in diesem Fahrstuhl merkte sie die Spannung, die zwischen ihnen herrschte. Oder vielleicht nahm auch nur sie diese wahr. Sie musste das irgendwie in den Griff kriegen.
    „ Konzentrier dich auf das, wegen dem du hier bist. “, ermahnte sie sich selbst. Aber weshalb war sie hier? Konnte Josef sich darauf einlassen, ihr zu helfen, obwohl er nicht alles wusste?

    Gemeinsam gingen die beiden ins Arbeitszimmer. Auf dem Weg dorthin mussten sie allerdings durch das Wohnzimmer. Erinnerungen schossen wieder in ihren Kopf. Erinnerungen, wie sie gemeinsam auf dem Sofa lagen. Sie schloss für einen kurzen Moment die Augen und schüttelte den Kopf. Im ersten Augenblick sah sie die beiden jungen, attraktiven Frauen nicht, doch das schienen sie schnell ändern wollen. Sie kamen lächelnd auf Josef zu und fragten ihn, ob er was trinken wolle. Er schickte er die beiden weg - vorerst. Er würde sich später bei ihnen melden. Seine Freshies. Immer bereit.
    „ Reiß dich zusammen! “, ermahnte sie sich wieder in Gedanken.

    Im Arbeitszimmer angekommen, schloss er hinter ihnen die Tür und bot ihr höflich und distanziert an Platz zu nehmen. Sie lehnte Kopfschüttelnd ab. Stattdessen kam sie direkt zur Sache, „ Okay, Josef. Ich verstehe, dass diese ... Gasse kein guter Ort für eine Unterhaltung war. Jetzt sind wir hier. “, sagte sie ruhig, „ Glaub mir, ich weiß, dass ich da um viel bitte. Ich wünschte ich müsste es nicht tun… Kannst du dich darauf einlassen, unter meinen Bedingungen? “, fragte sie ihn schließlich einfach geradeheraus.
     
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    Er bat sie ihm zu vertrauen und er wusste, dass er damit viel von ihr verlangte. War er es doch, der sie zu tiefst verletzt hatte, als er den Kontakt zu ihr abbrach, ohne ihr einen vernünftigen Grund zu nennen. Josef hoffte, dass sie ihn irgendwann verstehen konnte und auch wenn er den Typ abgrundtief hasste, der jetzt ein Leben mit ihr hatte, wünschte er sich, dass Sandrine mit diesem Galeristen eine gute Zukunft hatte und irgendwann ohne Bitterkeit auf ihn zurück blicken konnte.
    Josef bot ihr den Motorradhelm an. Sie musste ihn nicht annehmen, konnte ablehnen, sich von ihm abwenden. Doch Sandrine entschied sich dafür den Helm zu nehmen und ihn aufzusetzen. Ein Vertruensbeweis den Josef ihr hoch anrechnete. Beide waren nun in diese Geschichte verwickelt und auch wenn sie den Drang verspürten sich voneinander fern zu halten, mussten sie einen Weg finden zusammen zu arbeiten.

    Als Sandrine auf das Motorrad stieg, verfluchte er sich, kein Auto mitgenommen zu haben. Ihr Körper schmiegte sich an den seinen und er konnte ihr Wärme, ihren Herzschlag spüren. Krampfhaft konzentrierte er sich auf die Straße und den Weg zu seinem Appartement. Er unterdrückte den starken Drang anzuhalten und über die junge Frau her zu fallen. Er erkannte sich selbt nicht wieder. Was machte Sandrine mit ihm und vor allem mit dem Tier in ihm. Er wusste sehr wohl, dass der Genuss ihres Blutes für ihn unvergleichbar mit allem anderen war. Er konnte sich allerdings nicht erklären wieso dies so war.
    Trotzdem wusste der Vampir, dass er nie wieder von Sandrines Blut kosten würde und er hatte dies schon lange akzeptiert. Doch das Tier in ihm sprach eine andere Sprache. Ebenfalls wie der Mann in ihm. Die junge Frau machte ihn wahnsinnig und er konnte es nicht verhindern. Kein anderer hatte so viel Macht über ihn, wie Sandrine und sie wusste es wahrscheinlich noch nicht einmal. Er musste dafür sorgen, dass die beiden nach dieser Geschichte wieder getrennte Wege gingen.

    In der Tiefgarage angekommen, stellte er sein Motorrad auf seinen üblichen Platz und half Sandrine beim Absteigen. Er nahm den Helm und verstaute ihn, bevor die beiden schweigend zum Aufzug gingen und in sein Loft fuhren. Am liebsten hätte er sie alleine fahren lassen und wäre die Treppe gelaufen, doch hätte er dies wohl schwer erklären können. Sie durfte auf keinen Fall von seinen Gefühlen erfahren. Gefühle, die er nach so langer Zeit immer noch nicht verstand.
    Die beiden kamen an seinem Empfang vorbei und Josef warf Ben seine Schlüssel zu. "Miss Voltaire ist hier wegen einer dringlichen geschäftlichen Angelegenheit. Ich möchte auf keinen Fall gestört werden." verkündete er ihm und führte Sandrine vorbei an der Rezeption ins Wohnzimmer.

    Der Vampir versuchte Sandrine als Geschäftspartnerin anzusehen, so konnte er Abstand gewinnen, auch wenn es ihm schwer fiel. Seine Freshies kamen ihm in dieser Situation sehr gelegen. Sie sollte ihn sehen, wie er wirklich war. Vielleicht würde es helfen, ihre Bitterkeit ihm gegenüber zu überwinden, wenn sie verstand, dass die beiden nie eine richtige Chance hatten. Dass sie einfach zu verschieden waren.
    Er lächelte den beiden Mädchen zu, die ihm so gleich etwas zu trinken anboten. "Nicht vor unserem Gast." erklärte er ruhig, ließ es sich allerdings nicht nehmen das große blonde Model zu sich zu ziehen und leidenschaftlich zu küssen. "Ich komme später auf euch zurück." zwinkerte er ihr zu und begab sich mit Sandrine in sein Arbeitszimmer.

    Sandrine wollte sich nicht setzen und fing sofort an auf ihn einzureden. Auch wenn er nicht wusste was sie beschäftigte, merkte er wie wichtig ihr diese ganze Sache ist. Er würde sie nicht davon abhalten können ihren Kopf durchzusetzen. Würde er es versuchen, so zwang er sie wahrscheinlich noch dazu sich selbst weiter in Gefahr zu bringen.
    Josef hob die Hand, um Sandrine zum schweigen zu bringen. Natürlich erwartete sie von ihm eine Reaktion, doch wollte er ihr zumindest ein wenig beweisen, dass er hier immer noch die Oberhand hatte.
    Als sie aufhörte zu reden, griff er nach seinem Telefonhörer. "Adam, die Adresse die du mir gegeben hast... Dort steht ein schwarzer Renault Clio... Sorge dafür, dass er so schnell wie möglich bei mir in der Tiefgarage steht." Er gab noch das Nummernschild durch und legte den Hörer dann wieder auf. Nochmals deutete er Sandrine sich zu setzen, während er sich einen Whiskey einschenkte und mit dem Glas in der Hand zurück zu ihr kam.

    "Du möchtest nach deinen Bedingungen arbeiten." wiederholte er ihre Worte, um zu verdeutlichen, dass er ihr sehr wohl zugehört hatte. "Dann stelle ich aber auch eine Bedingung." Wieder schaute er sie auffordernd an, bevor er weiter sprach. "Ich helfe dir unter deinen Bedingungen, ich stelle keine Fragen und halte mich aus deinen Angelegenheiten raus, wenn du versprichst keine weitere Aktion mehr ohne mich zu starten." Seine Stimme ließ erkennen, dass diese Bedingung kein wenn und aber zu ließ. Es war tatsächlich ein Verhandlungsgespräch, welches er auch so mit jedem anderen Geschäftspartner geführt hätte, also fuhr er fort.
    "Dies schließt jegliche Ausflüge zu irgendwelchen mysteriösen Adressen mit ein, jedes Treffen, Telefonat. Ich möchte über alles was mit dieser Sache zu tun hat informiert werden. Kannst du dich darauf einlassen?" bewusst wiederholte er exakt ihre Worte. Sie waren beide stur und sowie er wusste, dass er Sandrine nicht davon überzeugen konnte ihm etwas zu erzählen was er nicht wollte, so musste sie wissen, dass er nicht davon zu überzeugen war, dies unter irgend welchen anderen Bedingungen durchzuziehen.
     
  14. Mcleod Daughter

    Mcleod Daughter Well-Known Member

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    Die Freshies waren längst schon wieder vergessen. Vielmehr war sie damit beschäftigt sich auf eine weitere Auseinandersetzung mit dem sturen Vampir einzulassen. Hierbei ging es nicht um sie beide, es ging um eine Partnerschaft –rein geschäftlich. Schließlich war sie dabei die Hauptperson und sie würde nicht zulassen, dass ihretwegen wohlmöglich noch Menschen ums Leben kamen. Vor allem nicht, wenn eine davon Chloe war. Und doch hasste sie es, Josef da mit reinzuziehen, was lächerlich war, denn wahrscheinlich hatte er tagtäglich mit solchen Geschichten zu tun. Und dennoch, war es immer wieder ein Risiko, dem er sich aussetzte und dieses Mal ging es um sie…

    Sie verdrehte die Augen, als er seine Hand hob, um sie damit zum Schweigen zu bringen. Da war er wieder. Die ihr inzwischen so vertraute kühle Geschäftsmann.
    Aber hatte sie nicht genau das gewollt? Dass er ihr half, aber es dabei nicht um sie beide ging. Sie war von sich selbst genervt, denn anscheinend wusste sie selbst nicht richtig, was sie wollte. Er hatte alles im Griff, kümmerte sich sogar darum, dass ihr Wagen abgeholt wurde. Sofort erinnerte sie sich an ihre Arme, die sich um ihn geschlungen hatten… Stopp, das musste aufhören. Wenn sie wirklich zusammenarbeiten würden, konnte sie nicht ständig daran denken, wie er sie berührte.

    Wieder lehnte sie sein Angebot, sich hinzusetzen ab. Irgendwie hatte sie das Gefühl, wenn sie sich setzte, könnte sie nicht mehr klar denken. Denn das würde bedeuten, dass sie sich zwangsläufig auf etwas anderes konzentrieren musste und sie hatte Sorge, dass dies Josef sein würde.

    Sie sah zu ihm und hörte ihm zu. Nun war es an ihm, Bedingungen zu stellen. Das hatte sie befürchtet, aber das war nur fair. Also richtete sie sich auf, gefasst für seine Bedingung. Seine Stimme machte ihr deutlich, dass er sich auf nichts anderes einließ. Würde sie es ausschlagen, würde er sich alleine darum kümmern und sie würde nie erfahren, was hinter der ganzen Sache steckte. Und vermutlich würde sie damit auch nicht abschließen können.

    Sie hörte ihm aufmerksam zu und musterte ihn eine Weile. Das bedeutete, dass sie mehr miteinander zu tun haben würden, als ihr lieb war. War es nicht eigentlich der Plan gewesen, sich von ihm fernzuhalten? Aber was sollte sie von ihm erwarten. Er würde keine Fragen mehr stellen und ihr helfen, ohne zu wissen, was genau es mit der Sache auf sich hatte. Bedeutete das, dass auch er ihr vertraute?
    Für einen kurzen Augenblick schloss sie die Augen. Sie hatte keine andere Wahl. Alleine konnte sie nicht herausfinden, wer genau dieser Sache steckte und schon gar nicht, weshalb sie es auf sie abgesehen hatten.
    „ Okay. “, sagte sie schließlich leise, öffnete die Augen und sah ihn herausfordernd an, „ Wenn du einwilligst, mich im Gegenzug in alles einzubeziehen und nichts auf eigene Faust zu unternehmen, dann … haben wir einen Deal. “

    Sie befürchtete schon, dass er doch einen Rückzieher machte, doch als er schließlich doch einwilligte, entspannte sie sich etwas.
    „ Okay, wenn wir das geklärt haben … “, murmelte sie und sah auf sein Glas, „ Hast du deine Manieren vergessen oder kann ich nun endlich einen Drink bekommen? “, fragte sie frech und konnte sich dabei sogar ein kleines Grinsen abringen.
    Es dauerte nicht lange, da hatte sie ebenfalls ein Glas Whiskey in der Hand und trank einen Schluck. Die braune Flüssigkeit rann ihre Kehle herab und ein wohliges, warmes Gefühl machte sich in ihr breit. Sie trank nicht oft, aber es gab Tage, an denen entschied sie, dass es nötig war. Sie merkte, wie er erste Druck etwas von ihr abfiel. Sie hatten einen Deal.

    Sie lehnte sich an einen der Sessel, die an seinem Schreibtisch standen und sah zu ihm.
    „ Okay … “, begann sie schließlich und räusperte sich, „ Wenn dieser Typ wirklich aus Frankreich kommt … Ich kenne ihn wahrscheinlich, aber ich weiß es nicht. Aber vor allem weiß ich nicht, was er von mir will. Ich habe wirklich keinen blassen Schimmer. “, sagte sie ehrlich und sah Josef an, „ Wenn er mich nur einfach hätte töten wollen, hätte er das wohl schon längst getan. Also scheint mehr dahinter zu stecken, aber ich habe beim besten Willen keine Idee was. “
    Sie drehte das Whiskey Glas in ihrer Hand und versuchte herauszukriegen, was er von ihr wollte. Bei dem Gedanken an die letzte Nacht, die Chloe und sie in Frankreich verbracht hatte, nahm sie noch einen Schluck. Zu real waren die Bilder in ihrem Kopf, die jedes Mal sofort parat waren, wenn sie nur für einen kurzen Augenblick daran dachte. Die Vampire hatten ihnen alles genommen. Also was zum Teufel wollte dieser Typ von ihr?
     
  15. Pheebs87

    Pheebs87 Well-Known Member

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    Josef

    Es war ein Machtkampf nichts anderes. Beide mussten sie beweisen, dass sie in dieser Sache immer noch am längeren Hebel saßen. Josef fühlte sich wirklich an eines seiner Geschäftsgespräche erinnert, der Fakt dass er das Arbeitszimmer für diese Auseinandersetzung gewählt hatte, trug dazu bei. Es war ein neutraler Raum, nicht verbunden mit irgendwelchen Erinnerungen. Wenn er Sandrine als Geschäftspartner betrachtete fiel es ihm leichter sich ihre Bedingungen anzuhören und auf sie einzugehen und sie war ein knall harter Geschäftspartner.

    Der Vampir fragte sich, ob Sandrine vermutete, wieso er so handelte. Eigentlich konnte es ihm egal sein, er hatte sich von ihr verabschiedet, hatte sie bitter böse abserviert und ihr deutlich gemacht, dass er nichts mehr mit ihr zu tun haben wollte. Doch immer handelte er dabei zu ihrem und seinem eigenen Schutz. Die beiden taten sich nicht gut. Sie machte ihn schwach und er zog sie unvermeidbar in Dinge hinein, die ihr Leben nur unnötig erschwerten und vor allen gefährdeten. Dazu kam, dass er sie wohl oder übel irgendwann richtig verletzen würde und das hatte sie nicht verdient.
    Doch sie war ihm wichtig, sie würde ihm immer wichtig sein und deshalb war er um ihren Schutz bemüht. Er würde es nie zu lassen, dass ihr etwas zustieß, was er hätte verhindern können. Er war besorgt. Doch Sandrine schien es nicht zu verstehen. Sie fühlte sich bevormundet, hintergangen und in ihrer Privatsphäre verletzt und auch wenn er dies durchaus nachvollziehen konnte, hätte er ihr so gerne erklärt, was in ihm vorging. Vielleicht würde sie ihm dann mehr vertrauen, ihm freiere Hand geben?

    Doch dann würde er wieder von der sachlichen Ebene, die gerade zwischen ihnen herrschte in eine viel tiefere eintauchen. Er würde etwas von sich preis geben, dass er in diesem Moment nicht bereit dazu war. Es war besser sie dachte sonst etwas von ihm. Denn so konnte sie sich nach dieser Sache wieder von ihm verabschieden und ihr eigenes Leben führen.
    Er lauschte ihren Konterbedingungen. Sie war clever, sie nahm ihn in die gleiche Pflicht, wie er es von ihr verlangte und auch wenn dies hieß, dass sie in der nächsten Zeit viel miteinander zu tun haben würden, stimmte er letztendlich zu. Nur so konnte er wirklich vermeiden, dass Sandrine irgendetwas auf eigene Faust unternahm. Es war zu gefährlich und würde sie im schlimmsten Fall das Leben kosten. Er verstand nicht wirklich, wieso es ihr so wichtig war, selbst an dieser Sache zu arbeiten, hatte er sie durch seine Bevormundung vielleicht sogar dazu gedrängt, ihm jetzt so großen Widerstand zu leisten? Aber dies war eine der Fragen, die er versprochen hatte nicht mehr zu stellen, also schlug er schließlich ein.

    Als Sandrine seine Manieren ansprach, schaute er sie fragend an. Erst als sie sich erklärte, bereitete sich ein Schmunzeln auf seinen Lippen aus. "Es tut mir leid, Madame." antwortete er und füllte ihr sogleich ein Glas Whiskey. Er konnte sich nicht erinnern, dass sie jemals in seiner Gegenwart getrunken hatte, vielleicht hatte er ihr deshalb keinen Drink angeboten, doch gehörte es zu einer guten Geschäftsverhandlung dazu.
    Er salutierte und trank sein Glas leer, bevor er Sandrine beobachtete, wie sie den ersten Schluck trank. Ja, Geschäftspartnerin, nicht mehr und nicht weniger. Darauf konnte er sich einlassen. Josef ging wieder um seinen Schreibtisch und setzte sich auf seinen großen Schreibtischstuhl. "Brauchst du sonst irgendetwas?" fragte er neutral, doch mit einem kessen Lächeln auf den Lippen. "Etwas zu Essen?"

    Doch die junge Frau kam lieber gleich zum Thema, was ihn vor viele Fragen stellte, die er nicht erlaubt war zu stellen. Allerdings schien ihm ihre Erklärung plausibel. Er war sich sicher, dass der Vampir es nicht geschafft hätte, Sandrine zu töten, dafür war sie immer unter Beobachtung, aber das konnte er nicht wissen und wollte er sie umbringen, dann hätte er sicherlich schon einmal einen Versuch gewagt. Sie erklärte, dass sie nicht wusste, was der fremde Vampir von ihr wolle und Josef glaubte ihr. Es gab keinen Grund mehr die Unwahrheit zu sagen.
    Josef überlegte kurz. "Jemand muss mit ihm sprechen, mehr über sein Vorhaben herausfinden." dachte er laut nach. Weder er noch Sandrine würden dazu in der Lage sein. Egal was der Kerl von der jungen Frau wollte, Josef war sich sicher, dass er sich nicht auf ein Gespräch mit ihr einlassen würde und es konnte sein, dass er Josef bereits in Verbindung mit ihr brachte. Er konnte es also auf keinen Fall selbst in die Hand nehmen. "Mick könnte uns helfen." sprach er seinen zweiten Gedanken vorsichtig aus. "Immerhin ist er Privatdetektiv. Er hat sich schon oft Undercover mit irgendwelchen zwielichtigen Gestalten getroffen, er weiß sich zu helfen und ich vertraue ihm." Nicht wissend, was Sandrine von diesem Vorschlag hielt schaute er sie fragend an. Jetzt lag es an ihr eine Entscheidung zu treffen.
     

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