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Überarbeitete Version: 1x02 - "Gegenwehr"

Dieses Thema im Forum "Schwarze Schwestern - Das Charmed-Spinoff" wurde erstellt von Elenia, 25 September 2005.

  1. Elenia

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    (c) by Neo

    Die Balance, das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse, welches seit einiger Zeit für die Seite des Lichts ausgeschlagen hat, wird nun empfindlich gestört; die Charmed Ones, die Mächtigen Drei, die stärksten Verfechter des Guten wechseln auf die Seite der Finsternis und bilden eine Allianz, die der Triade gleichkommt. Nun versuchen sie absolute Macht und Herrschaft zu erringen; nur ihre Halbschwester kann sich ihnen in den Weg stellen und versuchen, die Flut des Bösen einzudämmen.



    Episode 1x02 - Gegenwehr

    Wunschträume liefen vor Paiges geistigem Auge ab. Wie Piper schon gesagt hatte, hatte sie sich schon immer Geschwister gewünscht. Immer schon hatte sie das Gefühl gehabt, dass irgendetwas in ihrem Leben fehlte. Etwas, das sie nicht definieren konnte.
    Und nun war die Chance, diese Lücke zu füllen, greifbar nahe. Ihre Schwestern, von denen sie erst vor so kurzer Zeit erfahren hatte, standen vor ihr und boten ihr an, sie in ihren Kreis aufzunehmen. Sie würde endlich ein Teil einer großen Familie sein können, sie würde Schwestern haben, die zu ihr hielten, mit denen sie reden konnte.
    Schließlich hielt Prue ihr mit einer auffordernden Geste die Hand hin, um Paige so zu einer schnelleren Entscheidung zu bewegen. „Wie wäre es, wenn du dich heute noch entscheidest?“, wandte sie sich leicht gereizt an ihre Schwester, da deren Überlegungen ihr zu lange dauerten. Es war doch eindeutig, auf welche Seite sie sich zu stellen hatte, dachte Prue.
    Aber genau diese Geste riss Paige wieder aus ihren übermäßig positiven Gedanken, was ihre Schwestern anging. Sie realisierte, dass sie sich fast von demselben Bösen hatte verführen lassen, dem Prue, Piper und Phoebe erlegen waren und dass nur wenige Meter hinter ihr ihre leibliche Mutter stand, die ihre Schwestern anscheinend zu Eis hatten erstarren lassen. Und sie hatte auch nur im Ansatz darüber nachgedacht, mit ihnen zusammenzuarbeiten?
    Nun schüttelte Paige allerdings energisch den Kopf und versuchte stattdessen, ihre Schwestern davon zu überzeugen, wieder auf die Seite der Guten zurückzukehren. „Nein, ich werde mich nicht auf eure Seite schlagen. Vor allem, weil ihr eigentlich gar nicht böse seid. Ihr seid schon immer gute Hexen gewesen und das solltet ihr auch weiterhin sein. Man braucht euch hier.“
    Mit ihren Worten erreichte sie allerdings lediglich ein kurzes, trockenes Lachen der mächtigen Drei. „Glaubst du wirklich, was du da redest? Wir waren vielleicht gut, aber wir mussten uns ständig um alle möglichen Regeln kümmern und durften unsere Kräfte nicht ein einziges Mal für uns selbst einsetzen, ohne dafür bestraft zu werden. Denkst du, dass man das auf Dauer aushält? Wir zumindest nicht, denn wir haben erkannt, dass wir so wesentlich mehr Macht ausüben können und diese Macht auch für uns selbst nutzen können und nicht immer nur für andere. Wofür haben wir unsere magischen Kräfte, wenn nicht für uns selbst? Glaubst du, wir wollen immer nur für andere leben? Nein, wirklich nicht“, erklärte nun Piper ziemlich aufbrausend, da sie Paiges Entscheidung nicht wirklich begreifen konnte. Sie würde nicht wieder in ein Leben zurückkehren, das nur noch von Regeln bestimmt war.
    „Ich gebe dir noch eine letzte Chance: schließ dich uns an und genieße wie wir das Gefühl von großer Macht, uneingeschränkt nutzbar für dich selbst“, fügte Phoebe hinzu und an dem begeisterten Funkeln ihrer Augen konnte man deutlich erkennen, dass sie ihre neuen Fähigkeiten und Möglichkeiten genoss.
    „Aber denkt an all das Gute, das ihr getan habt und noch tun könnt. Wie vielen Menschen ihr geholfen habt und was euch das gebracht hat: die Liebe vieler so wunderbarer Menschen wie unserer Mutter“, versuchte Paige noch einmal ihre Schwestern zu überzeugen und wies mit einer kurzen Handbewegung auf Patty, die immer noch zu einer Eisfigur erstarrt war.
    „Und was hat uns das gebracht? Weißt du eigentlich, wie oft wir schon gestorben wären, beziehungsweise sogar schon annähernd gestorben sind? Piper war für wenige Minuten schon tot, weil wir unsere Kräfte nicht einmal einsetzen durften, um sie zu retten. Diese Liebe bringt uns überhaupt nichts, höchstens noch mehr Schwierigkeiten. Entscheide dich endlich. Entscheide dich für deine Schwestern oder gegen uns“, erklärte Prue nun schon ziemlich erregt und ihre Augen blitzten wütend auf. Es war klar, dass dies Paiges letzte Chance war, mit ihnen zusammenzuarbeiten.
    Aber diese schüttelte nur demonstrativ ihren Kopf und trat instinktiv einen Schritt zurück – weg von ihren Schwestern, um sich deutlich von deren Einstellung zu distanzieren.
    Prue, Piper und Phoebe wussten gleichzeitig, was dies bedeutete. Sie konnten es sich nicht leisten, eine gute Macht am Leben zu lassen, von der sie wussten, wie viel Potential in ihr steckte. Natürlich war sie ihre Schwester und sie würde auch ihre böse Macht um einiges verstärken können, aber es war nur allzu deutlich, dass sie in ihrer kurzen Zeit als Hexe deutlich von der guten Seite, vor allem auch durch Patty, beeinflusst worden war und sich nicht auf ihre Seite schlagen, sondern ihnen entgegenarbeiten würde. Und das konnten und wollten sie nicht zulassen.
    Diese Gedanken hatten die drei Schwestern innerhalb weniger Augenblicke gefasst und indem sie sich nur kurz gegenseitig ansahen, wussten sie, dass sie alle die gleiche Entscheidung getroffen hatten. Und so schnell, dass Paige kaum realisieren konnte, was eigentlich passierte, entstanden in den Händen der drei Schwestern Energiebälle, die auf sie gerichtet waren.
    Buchstäblich im letzten Moment erschienen jedoch blau-glänzende Punkte neben Paige, die sich ziemlich schnell zu einer Gestalt in einer hellen Kutte formten, die ihre Kapuze tief ins Gesicht gezogen hatte, sodass man anstellte des Antlitzes lediglich Schatten erkennen konnte. Die Person nahm Paige rasch am Arm, fasste auch nach der zu Eis erstarrten Patty und war kaum eine Sekunde zu früh wieder mit den beiden verschwunden, was die hastig abgefeuerten Energiebälle der mächtigen Drei ins Leere gehen ließ.
    „Verdammt noch mal, was war das denn jetzt?“, schimpfte Piper fast augenblicklich und sah sich wütend in Paiges nun leerer Wohnung um.
    „Ein Wächter des Lichts. Dabei fällt mir doch auf, dass sich unser eigener Wächter des Lichts damals sehr viel später zu erkennen gegeben hat. Ich schätze, das zeigt, dass denen da oben viel an Paige liegt, wenn er sich ihr gegenüber schon jetzt zu erkennen gibt. Sie werden keine andere Trumpfkarte als diese Möchtegern-Hexe mehr haben“, erklärt Prue nachdenklich und betonte dabei vor allem die Worte ‚denen da oben’ äußerst geringschätzig.
    „Und wo ist sie dann jetzt bitte hin?“, wandte sich Piper an ihre ältere Schwester, während Phoebe auf einmal einen lauten Schrei los ließ und ihre Aggressionen über das knappe Entkommen von Paige an deren Einrichtung ausließ.
    „Woher soll ich das wissen? Ich denke, wir sollten wieder zurück in die Unterwelt und erst einmal überlegen, wie wir am besten weiter vorgehen“, schlug Prue daraufhin vor. Piper stimmte diesem Vorschlag nickend zu und nachdem sie Phoebe erst einmal davon abgehalten hatte, die Möbel mit Tritten oder Energiebällen zu zerstören, stimmte auch sie zu, wenn gleich auch immer noch ziemlich wütend darüber, dass es Paige trotz ihrer geringen Erfahrung mit Hilfe dieses Wächters des Lichts geschafft hatte, ihnen zu entkommen.
    Aber schließlich verschwanden die drei Schwestern dann gemeinsam wieder zurück in die Unterwelt.

    „Was war das denn jetzt bitte?“, fragte Paige ziemlich verwirrt, als sie in einem etwas altmodischer eingerichteten Haus wieder erschien und mit ihr die Person, die sie gerettet hatte, sowie die Eisstatue ihrer Mutter. „Wo bin ich hier eigentlich und wesentlich wichtiger: Wer sind sie?“, wandte sie sich dann direkt an den Mann in der Kutte, der Paige auf irgendeine Weise, die sie sich nicht erklären konnte, Vertrauen einflößte. Sie wusste, dass sie von diesem Mann nichts zu befürchten hatte.
    „Ich wurde vom Ältestenrat geschickt, um dich zu retten, da du wohl der einzige Mensch auf der Welt bist, der sich gegen die mächtigen Drei zur Wehr setzen kann. Und ab sofort bin ich auch weiterhin für dich verantwortlich, da ich dein Wächter des Lichts bin. Ich habe dich auch gerade eben aus deiner Wohnung weggeorbt und zwar hierher ins Halliwell Manor, das Haus, in dem deine Schwestern vor ihrem Wechsel auf die dunkle Seite gelebt haben. Ich denke, das waren fürs erste genügend Informationen. Ich muss mich jetzt erst einmal um Patty kümmern. Bleib einfach hier, es wird nicht lange dauern“, erklärte der junge Mann und Paige konnte nicht anders, als einfach zu nicken, da sie von dem schnellen Ablauf der Geschehnisse noch immer ziemlich durcheinander war. Ihr Wächter des Lichts, falls sie diesen Punkt seiner Erklärung richtig verstanden hatte, umfasste nun wieder Pattys Arm und löste sich mit ihr in blau-glänzende Lichtpunkte auf, die rasch nach oben und durch die Zimmerdecke verschwanden.
    Zum ersten Mal hatte Paige nun die Gelegenheit, sich in dem Haus umzusehen, in das sie gebracht worden war. Das Zimmer, in dem sie sich befand, war mit wunderschönen, altmodischen Möbeln eingerichtet. Die Füße des Couchtisches zum Beispiel wiesen wunderschöne Schnörkel auf und insgesamt passte alles einfach zusammen. Als sie auch die umliegenden Räume erkundete, konnte sie das in jedem Zimmer feststellen. Obwohl es eigentlich altmodisch war, wirkte es mehr als anheimelnd und weckte sofort ein wohliges Gefühl in Paige, als hätte sie schon immer hier sein müssen und würde hier hingehören.
    „Hier haben also meine Schwestern gewohnt und wahrscheinlich auch unsere Mutter und unsere Großmutter wahrscheinlich auch“, murmelte sie leise vor sich hin. Währenddessen warf sie in der Küche einen Blick in die Schränke, die einen immensen Vorrat an Kräutern und anderen seltsamen Zutaten enthielten. Wahrscheinlich sind diese für Zaubertränke gedacht, falls es so etwas tatsächlich gibt, schoss es Paige durch den Kopf. Eigentlich war es ja unhöflich, die Schränke anderer Leute zu durchsuchen, aber sie konnte sich nicht vorstellen, dass ihre Schwestern noch hier wohnten. Erstens hätte sie der Wächter des Lichts doch kaum hierher gebracht, wenn die Gefahr bestand, dass die drei zurückkehrten. Zweitens sah alles nach einem ziemlich unplanmäßigen Aufbruch aus, denn in der Spüle lag Geschirr, das noch niemand abgespült hatte und auch sonst waren einige Dinge nicht so aufgeräumt, wie man es in einem normalen Haushalt erwarten würde. Aber Paige gefiel es hier und sie fuhr fast schon andächtig mit ihrer Hand über die Möbel, da sie es immer noch nicht glauben konnte, was dieses Haus für eine große Wirkung auf sie hatte. Sie würde am liebsten überhaupt nicht mehr von hier weggehen.
    Sie war gerade wieder zurück in die Vorhalle gegangen und wollte die Treppen nach oben hinaufsteigen, als auf einmal Patty wieder bei ihr erschien.
    „Entschuldige bitte, dass es so lange gedauert hat, aber der Ältestenrat musste mich zuerst aus der Eisstarre befreien, die ich Piper zu verdanken hatte. Jetzt bin ich aber für dich und deine Fragen da, von denen du wahrscheinlich eine Menge haben wirst“, erklärte sie und führte Paige zum Sofa des Vorzimmers, wo er mit ihr Platz nahm.
     
  2. Elenia

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    „Das auf alle Fälle. Zuerst einmal würde mich interessieren, wer dieser Wächter des Lichts gerade war und außerdem verstehe ich einfach noch immer nicht ganz, was passiert ist. Es ist alles so schnell geschehen. Du hast mir nur erzählt, dass du mich weggeben hast, da ich aus deiner Beziehung zu deinem Wächter des Lichts entstanden bin und das verboten war. Warum hast du mich nie wieder zu dir zurückgeholt? Oder meine Großmutter, bei der ja meine Schwestern lebten?“, fragte Paige und musterte ihre Mutter dabei neugierig, da diese Fragen sie schon die ganze Zeit, seit der Wächter des Lichts sie hier zurückgelassen hatte, beschäftigten.
    „Ich konnte nicht. Der Ältestenrat hätte eventuell sogar meine Zauberkräfte bannen können, wenn er das Geheimnis um deine Existenz gelüftet hätte und deine Großmutter tat es ebenfalls nicht, um die Kräfte deiner Schwestern nicht zu gefährden, da sie ja wusste, dass einmal drei Schwestern aus dieser Linie die mächtigen Drei bilden würden. Und als sie starb, wusste niemand mehr auf der Erde von deiner Existenz. Der Ältestenrat hat jetzt nur über diesen Regelbruch hinweggesehen, da sie deine Kraft unbedingt benötigen. Du bist die Einzige, die noch etwas gegen die mächtigen Drei unternehmen kann, alle anderen Hexen sind bei weitem zu schwach. Allerdings reichen auch deine magischen Fähigkeiten nicht aus. Der Rat meinte allerdings, dass sich dir in der nächsten Zeit noch weitere Kämpfer für das Gute anschließen werden, damit ihr eine neue gute Gegenmacht zu den bösen Drein bilden könnt. Wann dies soweit ist, oder wer sich dir anschließen wird, kann ich dir allerdings auch nicht sagen“, erklärte ihr Patty so ausführlich, wie es ihr nur möglich war, auch wenn sie vieles davon auch nur vom Ältestenrat wusste. „Und zu deinem Wächter des Lichts kann ich dir nur sagen, dass du dich da an ihn selbst wenden musst. Solltest du wirklich in großer Gefahr sein, dann ruf nach ihm, er wird es dann wissen“, erklärte sie zu Paiges erster Frage nur und sah ihre Tochter mit einem Blick an, der ihr deutlich machte, dass sie ihr in diese Richtung laufende Fragen nicht mehr beantworten würde.
    Nachdem nun Paiges erste und wichtigsten Fragen beantworten waren, erläuterte Patty daraufhin ihrer Tochter einige grundlegende Dinge über Magie und ihre Anwendungen, ohne dabei allerdings genauer ins Detail zu gehen.
    Zudem erzählte sie ihr davon, wie ihre Schwestern von ihrer Macht erfahren hatten und einige grundsätzliche Dinge zu ihrem Werdegang als Hexen, da dies für Paige durchaus einmal wichtig werden konnte. Allerdings durfte sie ihr auch noch nicht alles auf einmal beibringen, da auch sie sich erst einmal in die neue Situation hineinfinden musste und nicht abrupt hineingestoßen werden sollte. So kam sie zum Beispiel weder auf Pipers Beziehung zu Leo, noch auf Phoebes Liebe zu Cole zu sprechen.
    Zum Schluss drückte sie Paige dann noch einige Bücher in die Hand, die sie vorher schon bei sich gehabt hatte. Die junge Hexe hatte diese allerdings in ihrer Neugier auf die Dinge, die sie ihr erklären würde, völlig außer Acht gelassen.
    „Diese Bücher ersetzen natürlich nicht annähernd das Buch der Schatten, welches sich im Besitz der mächtigen Drei befindet, doch sie werden dir die wichtigsten Grundsätze der Magie vermitteln können. Sie enthalten vor allem viel Nützliches, was Sprüche und Tränke angeht und auch einige häufigere Dämonen werden erwähnt. Im Laufe der Zeit wirst du wohl selbst ein eigenes Buch der Schatten anlegen können, das dir bestimmt oft sehr viel weiterhelfen kann“, erklärte Patty Paige. Diese schien ein wenig verwundert darüber zu sein, dass ihre Mutter sich schon so bald schon verabschiedete, da sie eigentlich noch so viele Fragen hatte.
    Patty machte sich inzwischen Sorgen, da Paige für ihren Geschmack viel zu schnell direkt in ihr Hexenleben hineingeworfen worden war und nun fast alleine sehen musste, wie sie damit zurecht kam. Nicht einmal das Buch der Schatten stand ihr zur Verfügung, da es ja wie die Schwestern böse geworden war. Genauso gut wusste sie allerdings auch, dass der Ältestenrat keine andere Möglichkeit hatte, die mächtigen Drei überhaupt noch aufzuhalten. Und ob es Paige gelingen würde, war natürlich auch fraglich, obwohl sie größtes Vertrauen in ihre Tochter hatte.
    „Ich werde dich jetzt noch zu deiner Wohnung bringen, damit ich sicher sein kann, dass alles in Ordnung ist, wenn ich wieder nach oben muss“, erklärte sie und umfasste den Arm ihrer Tochter, um sich mit ihr in deren Wohnung zu orben.

    Dort angekommen musste Paige allerdings erschrocken die Verwüstung erkennen, die Phoebe in ihrem Wutunfall angerichtet hatte. Fast alle Möbel waren entweder komplett zerstört oder hatten hässliche Brandflecken davongetragen, sodass es aus manchen immer noch leicht qualmte.
    „Ach, du liebe Güte. Das sieht aber gar nicht gut aus“, entfuhr es Paige und etwas ratlos blickte sie zu Patty, die sich ebenfalls verwundert umsah. „Was mach’ ich denn jetzt? Hier kann ich nicht bleiben“, stellte sie entschieden fest, woraufhin auch ihre Mutter nickte.
    „Ich fürchte, das stimmt wohl. Du solltest diese Nacht im Manor schlafen. Ich hatte eigentlich erst später vor, dir zu sagen, dass es wahrscheinlich besser wäre, du würdest dorthin umziehen, aber so ist es wesentlich früher für dich nötig, umzuziehen. Du solltest für heute nur das Wichtigste mitnehmen und deine restlichen Sachen später in das Haus bringen. Denn hier kannst du schon mal die nächste Zeit nicht verbringen und wenn die gute Macht dann auch noch Zuwachs bekommt, hast du überhaupt nicht mehr genug Platz“, erklärte sie, was nun wiederum bei Paige ein Nicken hervorrief. Eigentlich wollte sie sich ja gar nicht von ihrer ehemals so hübschen, kleinen Wohnung trennen, aber in diesem Chaos konnte sie unmöglich leben und genügend Geld für eine komplette neue Einrichtung hatte sie schon gar nicht. Das konnte sie sich von ihrem Job als Sozialarbeiterin sicherlich nicht leisten.
    Allerdings hatte sie sich auch im Manor sehr wohl gefühlt, was ihr den Umzug sicherlich erleichtern würde und so packte sie rasch ihre wichtigsten Sachen zusammen und kehrte daraufhin mit ihrer Mutter, diesmal allerdings in Paiges Auto, ins Manor zurück, wo er sie erneut im Vorzimmer absetzte.
    „Danke für deine Hilfe, Patty... äh, Mum. Ich schätze, ich werde sie in Zukunft wohl auch oft gebrauchen können“, erklärte Paige und sie sah dankbar zu ihrer Mutter, die ihr heute so viel Neues erzählt hatte, das sie jetzt noch kaum begreifen konnte.
    „Aber du weißt ja, Paige, dass ich eigentlich tot bin und daher darfst du mich auch nicht ständig sehen. Natürlich kannst du manchmal meinen Geist rufen, aber auch das nicht zu oft, so leid es mir tut“, erklärte sie daraufhin und blickte in Paiges Gesicht, das nun einen etwas traurigen Ausdruck angenommen hatte, was sie durchaus verstehen konnte. „Noch etwas wichtiges, bevor ich mich verabschiede: Du musst unbedingt sehr vorsichtig sein. Es kann durchaus sein, dass du in nächster Zeit Dämonen begegnest. Also nimm dich bitte in Acht, da ich nämlich nicht will, dass dir etwas zustößt. Und du solltest auch darauf achten, dass niemand etwas von deinen magischen Fähigkeiten mitbekommt und du sie nie zu deinem eigenen Vorteil einsetzt“, ermahnte sie sie noch, verschwand dann in hell-glänzenden Funken nach oben und ließ Paige alleine in dem großen Haus zurück, das jetzt einen wirklich leeren Eindruck auf sie machte.

    Dunkelheit durchdrang den gesamten Raum, der – von felsigen Wänden umgeben – lediglich in der Mitte von einem kleinen Feuer erhellt wurde, um das sich die mächtigen Drei versammelt hatte. Das Feuer flackerte unruhig und warf dadurch bizarre Schatten an die Felsen, die man zum Großteil allerdings kaum von der Dunkelheit unterscheiden konnte.
    Nach einer langen Zeit des Schweigens brach schließlich Prue die Stille und wandte sich an ihre Schwestern. „Und ich dachte, dass der Ältestenrat kein As mehr im Ärmel hat! Es ist einfach eine Schande, dass wir selbst nichts von unserer Halbschwester – wie hieß sie noch gleich? Paige? – wussten und wir es dann nicht einmal geschafft haben, sie zu töten. Nein, irgend so ein idiotischer Wächter des Lichts musste ja dazwischenfunken! Trotzdem bin ich dafür, dass wir uns erst einmal darum kümmern sollten, unsere Macht hier in der Unterwelt zu festigen und uns dann erst um unser Nesthäkchen zu kümmern“, erklärte die Älteste der Halliwell-Schwestern und lächelte bei ihren letzten Worten unheilvoll.
    „Aber in dieser Zeit kann sie selbst auch ihre Kräfte besser kennen lernen! Ich wäre dafür, sie sofort zu töten, dann können wir uns wirklich auf unseren Machtkampf konzentrieren“, warf Piper allerdings ein, womit sie ein Kopfschütteln von Phoebe erntete, die leicht auflachte.
    „Schwesterherz, du warst schon immer diejenige von uns, die am wenigsten gewagt hat. Es ist ein risikoreiches Spiel, das wir hier spielen müssen. Entweder lassen wir zu, dass die Chancen auf eine wirkliche wichtige Position in der Unterwelt, die eigentlich uns zustehen, von anderen genutzt werden, oder wir konzentrieren uns ganz auf unsere neue Bestimmung hier und riskieren damit, dass Paige ihre Kräfte entwickelt und zu einer Gefahr für uns wird. Außerdem müssen wir auch damit rechnen, dass der Ältestenrat sie noch unterstützen wird. Allerdings schätze ich die Gefahr, die von unserer Halbschwester ausgeht, als wesentlich geringer ein als die Missgunst der Dämonen. Denk doch nur mal nach, Piper, wenn wir hier erst einmal einen guten Rang in der Hierarchie haben, dann haben wir genügend Untertanen, die sich um das Problem Paige kümmern werden“, erklärte Phoebe und blickte zu Prue, die sie die ganze Zeit unterstützend angesehen hatte.
     
  3. Elenia

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    „Ich bin völlig Phoebes Meinung, Piper. Du würdest viel zu vorsichtig handeln und außerdem bist du hiermit überstimmt“, erklärte sie mit einem selbstgefälligen Lächeln, was Piper lediglich ein kurzes und abschätziges Schnauben entlockte. Sollten die beiden Dickschädel doch ihren Willen haben! Aber sie würden schon noch sehen, dass ihnen das Probleme machen würde.

    Paige war am Abend noch einige Zeit aufgeblieben, da sie sich das Haus vom Keller bis zum Dachboden angesehen hatte und sich schließlich einfach nicht hatte entscheiden können, in welchem Schlafzimmer sie schlafen sollte. Natürlich musste sie dabei auch ständig an ihre Schwestern denken, mit denen sie eigentlich zusammen hier leben könnte, aber sie konnte ja schließlich nicht nur deshalb auf dem Fußboden schlafen.
    Als sie sich dann endlich für ein Zimmer entschieden hatte, legte sie sich dort ins Bett. Sie überlegte zwar noch kurz, welcher ihrer Schwestern das Zimmer wohl gehört hatte, aber nur kurze Zeit später war sie auch schon eingeschlafen, da es ein anstrengender Tag gewesen war.
    Am nächsten Morgen erwachte sie schon früh und sah sich erst einmal etwas verwirrt um, wo sie sich eigentlich befand. Dann fielen ihr die Geschehnisse des vergangenen Tages wieder ein, die sie keinesfalls geglaubt hätte, wenn sie nicht in diesem Zimmer gelegen wäre. Und auch jene Bücher über Magie, die neben ihr auf dem Nachttisch lagen und die sie gestern von ihrer Mutter erhalten hatte, überzeugten sie davon, dass sie jetzt ein komplett neues Leben führte.
    Eines dieser Werke schlug sie gleich auf und begann darin zu lesen, was sie fast den ganzen Vormittag beschäftigte. Es war nur gut, dass heute Samstag war. Daher musste sie nicht arbeiten, denn nachdem sie sich erst einmal eingelesen hatte, ließ das Buch sie nicht mehr los. Als sie dann schließlich in die Küche ging, um nachzusehen, ob dort irgendetwas Essbares vorhanden war, war es schon fast Mittag. Im Kühlschrank konnte sie außer einer seit drei Tagen abgelaufenen Milch allerdings nichts finden, das sie hätte essen können, da sich auch hier größtenteils Zutaten für irgendwelche Zaubertränke oder ähnliches befanden.
    So beschloss Paige, in die Stadt zu fahren, um dort irgendwo zu frühstücken. Daher fuhr sie dann, nachdem sie sich im Bad noch kurz geduscht und zurechtgemacht hatte, ein wenig durch die nähere Umgebung. Dort suchte sie nämlich nach einem möglichst nahen Café, das sie auch bald gefunden hatte und dort endlich ihr sehr verspätetes Frühstück genoss, obwohl man es von der Uhrzeit her schon eher als Mittagessen bezeichnen konnte. Aber auch während dem Essen drehten sich alle ihre Gedanken nur um die neue Wendung in ihrem Leben und im Moment konnte sie eigentlich nicht sagen, dass sie darüber unglücklich wäre. Sie hatte ihre leibliche Mutter kennen gelernt und erfahren, dass sie magische Kräfte besaß. Und alles, was damit zu tun hatte, hatte sich mehr als spannend angehört. In Zukunft konnte sie sich auf keinen Fall mehr beschweren, dass ihr Leben langweilig wäre.
    Schließlich machte sie sich dann auf den Rückweg zum Halliwell Manor. Dazu musste sie allerdings erst zu ihrem Wagen gehen, den sie auf einem Parkplatz – einige Blocks entfernt – hatte abstellen müssen.
    So kam sie auf ihrem Weg an einem kleinen Geschäft vorbei, welches sie vorher überhaupt nicht bemerkt hatte, da sie nur nach einem Café gesucht hatte. Das kleine, etwas dreckige Schaufenster mit einer großen Auslage an Kräutern und Gewürzen sowie Zinnschalen, Kerzen oder auch einer Athame, ließ Paige sogleich darauf schließen, dass es sich um einen Laden für magischen Bedarf handelte.
    Sie zögerte kurz und betrat dann aber doch das ziemlich dunkle, aber äußerst faszinierende Geschäft, in dem sie sich ein wenig umsah und sich auch für zwei Bücher entschied, die sie bei einer sehr freundlichen jungen Angestellten, die sie insgeheim für eine Hexe hielt, bezahlte.
    Wieder auf der Straße musste sich Paige erst einmal wieder an das helle Sonnenlicht gewöhnen, das sie nach dem düsteren Geschäft ziemlich blendete und machte sich gerade daran, ihren Weg fortzusetzen, als einige Schritte hinter ihr plötzlich eine Stimme ertönte.
    „Halt, Hexe!“, forderte sie jemand auf und Paige wirbelte blitzschnell herum. Bei dem Mann, der sie so angesprochen hatte, konnte es sich nur um einen Dämon handeln, der sich wahrscheinlich in der Nähe des Ladens auf die Lauer gelegt hatte, immer in der Hoffnung, dass eine Hexe hier ihre Einkäufe tätigen würde. Paiges Verdacht bestätigte sich dann auch ziemlich deutlich, als der Dämon in seiner Hand einen schimmernden Energieball entstehen ließ und sich bereit machte, ihn auf die junge Hexe abzufeuern.
    Paige dachte fieberhaft über einen Ausweg aus dieser Situation nach, aber alles, was ihr einfiel, waren irgendwelche Anweisungen über Rituale, die sie in Pattys Büchern gelesen hatte. So konnte sie dem Energieball gerade noch mit einem Sprung zur Seite ausweichen und landete dabei ziemlich hart auf dem Boden, wo sie feststellte, dass der Dämon schon mit einem weiteren Energieball auf sie zielte. Aber diesmal wusste sie, was sie tun musste. Es war ja schließlich das Erste gewesen, was sie von ihren magischen Fähigkeiten gesehen hatte; Patty selbst hatte es ihr gezeigt.
    „Energieball!“, rief sie laut und die Waffe des Dämons materialisierte sich in ihrer eigenen Hand, sodass sie ihn mit einem gezielten Wurf töten konnte, da er viel zu überrascht von ihrer Reaktion war, um rechtzeitig zu reagieren.
    Während der Dämon in Flammen verging, rappelte Paige sich wieder auf und klopfte sich den Dreck von ihrer Kleidung. „Nehmt euch in Acht, Dämonen, jetzt komme ich“, meinte sie dann grinsend und mit einem letzten Blick zurück auf die nun leere Straße machte sie sich wieder auf den Weg.
     
  4. Sandy

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    AW: Überarbeitete Version: 1x02 - "Gegenwehr"

    Tolle Begegnung zwischen den 3 Schwestern und Paige^^ Wobei mir Paige das ganze Magie-Zeugs fast ein wenig zu schnell aufgefasst hat. Sie ist kein bisschen durcheinander oder geschockt, von dem allen… Sondern redet mit den 3 Hexen, als hätte sie schon jahrelang mit der Hexenkunst gelebt... Aber diese Problematik wird ja dann nachdem sie von ihrem wächter d. Lichts in Halliwell Manor gebracht wurde, schnell gelöst und sie bekommt ein paar Fragen von Patty beantwortet.

    Krass, dass die mächtigen 3, tatsächlich Paige töten wollten! Und Paige zieht jetzt ins Manor^^
    Toll wie sie sich langsam in ihr neues Leben einfindet. Alles total schön beschrieben. Auch der Dämonenangriff am Ende, war super =) Toller 2.ter Teil des Spinn Offs.
     
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